China: ASML hält US-Exportblockaden für "wirtschaftlich motiviert"

Die von den USA durchgesetzten Einschränkungen der Exporte des niederländischen Unternehmens ASML an Kunden in China seien mit der Zeit "wirtschaftlich motivierter" geworden. Das sagte der Vorstandsvorsitzende des niederländischen Herstellers von Maschinen, Christophe Fouquet, am 4. September 2024 auf der Citi 2024 Global TMT Conference im Lotte New York Palace im Livestream(öffnet im neuen Fenster) . "Ich denke, es wird immer schwieriger zu argumentieren, dass es hier um die nationale Sicherheit geht." .
Höchstwahrscheinlich werde der Druck für Beschränkungen weiter zunehmen, aber auch der Widerstand dagegen, sagte der ASML-Chef. "Und ich denke, wir müssen hoffen, dass wir ein gewisses Gleichgewicht erreichen, denn als Unternehmen wollen wir alle ein bisschen Klarheit, ein bisschen Stabilität."
Die US-Regierung drängt seit April darauf, dass ASML die Wartung einiger Geräte einstellt, die vor 2024 an chinesische Kunden verkauft wurden, und die nun unter Beschränkungen fallen, die die USA erlassen haben. Rund 20 Prozent seines Gesamtumsatzes erwirtschaftet ASML mit dem Kundendienst.
Premierminister will Interessen abwägen
Der niederländische Premierminister Dick Schoof hatte zuvor laut der Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) gesagt, er werde die wirtschaftlichen Interessen von ASML, dem größten Unternehmen des Landes und Europas größtem Technologieunternehmen, sorgfältig abwägen.
Der weltweit wichtigste Hersteller von Lithografiemaschinen für die Halbleiterfertigung verkauft weiterhin fast die Hälfte seiner Maschinen nach China – allein im zweiten Quartal 2024 waren es 49. Ähnlich wichtig ist das Chinageschäft für Applied Materials, nach Angaben von Bloomberg geht ein Drittel der Verkäufe des Unternehmens nach China.
Zwar können chinesische Unternehmen seit Beginn des Jahres 2024 keine Immersionslithografiemaschinen – nach EUV-Belichtern die am stärksten fortgeschrittene Belichtungstechnologie – mehr kaufen. Die chinesische Regierung will allerdings den Marktanteil des Landes bei älteren Fertigungsprozessen deutlich ausbauen. Hier stieg die Produktion zuletzt um 40 Prozent, für den weiteren Ausbau bleiben chinesische Hersteller auf ausländische Technik angewiesen, wie Golem.de zuvor berichtete .
Huawei setzt auf einen neuen Standort für Chipmaschinen in Schanghai . Weil die USA einem niederländischen Unternehmen Vorschriften machten, an wen sie verkaufen dürften, müsse man ASML einholen.