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Asmedia: Via verklagt Asus-Tochter wegen USB-3.0-Chips

Der Chiphersteller Via will von Asmedia 138 Millionen US-Dollar Schadensersatz. Der Grund: USB-3.0-Entwickler waren von Via zum Konkurrenten gewechselt, der daraufhin in kürzester Zeit eigene Produkte auf den Markt brachte.
/ Nico Ernst
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Demo-Board mit dem VL800 für vier USB-3.0-Ports (Bild: Via)
Demo-Board mit dem VL800 für vier USB-3.0-Ports Bild: Via

Wegen des mutmaßlichen Verrats von Geschäftsgeheimnissen hat das taiwanische Unternehmen Via(öffnet im neuen Fenster) in seinem Heimatland gegen den Konkurrenten Asmedia(öffnet im neuen Fenster) Klage erhoben. Asmedia ist eine Tochterfirma von Asus und stellt Controllerchips für USB, Sata und andere Schnittstellen her.

Im Jahr 2007 war der Via-Manager Chewei Lin zusammen mit Dutzenden anderen Angestellten von Via zu Asmedia gewechselt – und nur ein Jahr später hatte Asmedia Via zufolge eigene USB-3.0-Chips enwickelt. Via vermutet nun, dass die Entwickler geistiges Eigentum von ihrem früheren Arbeitgeber an Asmedia verraten haben. Öffentlich angekündigt wurden die Asmedia-Chips aber erst 2010.

Laut einer Mitteilung von Via(öffnet im neuen Fenster) ist es "extrem schwierig, in der kurzen Zeit von nur einem Jahr solche Chips zu entwickeln und bis zur Serienproduktion zu bringen". Das ist nicht ganz von der Hand zu weisen, denn USB-3.0-Bausteine wie Controller und Hub-Chips sind ungleich komplexer als ihre USB-2.0-Pendants. Ein Hub des schnelleren Standards muss beispielsweise getrennte Datenpfade für die Versionen 2.0 und 3.0 aufweisen, der Chip dafür vereint also annähernd zwei Hubs auf einem Die.

Zudem war Via lange Zeit das einzige Unternehmen, das Bausteine für USB-3.0-Hubs überhaupt anbot. Aber auch die Host-Controller, die Asmedia nun ebenfalls herstellt, sind offenbar von der Klage betroffen. Von Via kam unter anderem auch der erste USB-3.0-Host der vier Ports zur Verfügung stellte. Asmedia und Via lieferten sich, nachdem die Nec/Renesas-Chips schon lange auf dem Markt waren, ein regelrechtes Wettrennen.

Via zufolge hat die taiwanische Staatsanwaltschaft bereits im November 2013 entschieden, dass es genügend Beweise für die Behauptungen des Klägers gibt, um eine Ermittlung gegen Asmedia einzuleiten. Wie stets bei solchen Auseinandersetzungen fordert Via auch ein Vertriebsverbot für die Asmedia-Chips – in der Regel einigen sich die streitenden Unternehmen aber dann doch außergerichtlich.


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