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Arzt: Verbot von FFP2-Masken bei Amazon nicht zu rechtfertigen

Die von Amazon vorgeschriebenen Masken sind bei der Arbeit, im Büro oder am Band völlig unzureichend, kritisiert ein Corona -Experte.
/ Achim Sawall
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Eine weggeworfene FFP2-Gesichtsmaske im April 2021 in Eisenstadt, Österreich (Bild: Helmut Fohringer / APA / AFP via Getty Images)
Eine weggeworfene FFP2-Gesichtsmaske im April 2021 in Eisenstadt, Österreich Bild: Helmut Fohringer / APA / AFP via Getty Images

Dass Amazon den Lagerarbeitern am niedersächsischen Standort Winsen (Luhe) verwehrt, sich mit FFP2-Masken zu schützen, sei "ja wohl ein Ding und mit nichts zu rechtfertigen" . Das sagte Günter Bittel, Arzt und Mitautor der Buches Covid-19 – neuartig, gefährlich, besiegbar im Gespräch mit Golem.de. "Möglicherweise hängt es mit der Arbeitsschutzverordnung zusammen, die beim Tragen einer FFP2-Maske nach einer bestimmten Zeit eine Pause ohne Maske vorschreibt."

Dem ARD-Magazin Panorama (NDR) liegen Dokumente und Aussagen der Betroffenen vor. Ausschließlich medizinische Einwegmasken (auch OP-Masken genannt) dürfen in Winsen getragen werden. Im Februar teilte Amazon den Beschäftigten an dem Standort per Aushang mit, dass ausschließlich OP-Masken getragen werden dürften. Unter dem Text war eine durchgestrichene FFP2-Maske abgebildet.

OP-Masken haben den Zweck, "das OP-Gebiet (Wunde) davor zu schützen, dass der Operateur Bakterien in die Operationswunde einbringt. Bakterien würden zu einer Wundinfektion führen. Dabei geht es überhaupt nicht um Viren" , erklärte Bittel, der über umfangreiche Erfahrungen mit Corona-Patienten verfügt.

Die OP-Masken schützten im alltäglichen Gebrauch davor, dass man sein Gegenüber nicht "anspuckt" , und behinderten die Tröpfchen beim Sprechen und Atmen. "Die OP-Masken sind für Viren weitgehend durchlässig. Das bedeutet, dass sie für den Träger kaum einen Schutz gegen eine Virusinfektion (Corona) bieten" , betonte Bittel.

Außerdem seien diese Masken an den Seiten überhaupt nicht dicht, wodurch virusbeladene Aerosole ein- und austreten. Diese Masken würden auch beim normalen Atmen schnell feucht und schützten dann noch weniger gegen Viren.

Wirksame FFP2-Masken rechnen sich für Amazon nicht

"Solche Masken sind also bei der Arbeit, im Büro oder am Band völlig unzureichend. Aus medizinischen Gründen sind dabei FFP2- oder FFP3-Masken nötig" , sagte Bittel.

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Bittel betonte: "Die FFP1-3 und die KN-95- Masken erreichen den Schutz hauptsächlich durch eine Lage Vlies, die elektrostatisch geladen ist – und nicht einfach durch Stofflagen." Dieses Vlies binde die Viren und deaktiviere sie und sei bei einer OP-Maske oder einer einfachen Stoffmaske nicht vorhanden.

Hintergrund des Verbots sind laut Panorama offenbar zusätzlich anfallende Erholungszeiten. Das legen Aussagen einer Amazon-Arbeiterin nahe. Sie habe ihren Vorgesetzten auf FFP2-Masken angesprochen. Dieser habe gesagt, FFP2-Masken seien verboten, damit den Beschäftigten keine zusätzliche Pause gewährt werden müsse.


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