Artemis: US-Mondmission hat Antrieb, aber keine Führung

Die Mondmission der Nasa heißt nun offiziell Artemis. Der Auftrag für den Bau der Antriebssektion des Lunar Gateway ist auch schon vergeben. Aber der Koordinator trat schon nach 44 Tagen im Amt zurück und das Geld kommt aus einem Programm für Studentenkredite.

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Der Auftrag für das Antriebsmodul des Lunar Gateway wurde für 375 Millionen US-Dollar vergeben.
Der Auftrag für das Antriebsmodul des Lunar Gateway wurde für 375 Millionen US-Dollar vergeben. (Bild: Nasa)

Mit Artemis, dem neuen Raumfahrtprogramm der Nasa, wollen die USA bis 2024 wieder auf dem Mond landen. Dabei sein soll auch die erste Frau. Bei einer Veranstaltung in Florida hat Nasa-Chef Jim Bridenstine die ehrgeizigen Pläne offiziell vorgestellt. Außerdem wurde das Antriebs- und Stromversorgungsmodul des verkleinerten Lunar Gateway, das Teil der Pläne ist, für 375 Millionen US-Dollar in Auftrag gegeben.

Inhalt:
  1. Artemis: US-Mondmission hat Antrieb, aber keine Führung
  2. Private Unternehmen sollen die Mondlandung übernehmen

Aber noch am selben Tag trat Mark Sirangelo zurück. Seit dem 9. April war der frühere Chef der Sierra Nevada Corporation, die das Minishuttle Dreamchaser baut, persönlicher Assistent von Jim Bridenstine. Er sollte die Nasa restrukturieren, die Rückkehr zum Mond koordinieren und das Moon to Mars Mission Directorate aufbauen. Aber die Umstrukturierung scheiterte am Widerstand der Vertreter im US-Senat und im Kongress, die Gründung des Direktorats wurde aufgegeben. Sirangelo war 44 Tage im Amt.

Die neuen Mondpläne der USA haben einige Irritation und Unzufriedenheit bei den europäischen Partnern ausgelöst. Denn als erster Schritt zum Mond war seit Jahren geplant, das Lunar Gateway aufzubauen, eine Raumstation, die in internationaler Kooperation in der Nähe des Mondes gebaut und betrieben werden sollte. Diese Pläne wurden nun zusammengestrichen. Aus dem Gateway wurde ein "Mini-Hab". Es soll nur noch als kurzer Zwischenhalt für Menschen zwischen Erde und Mond dienen.

Keine Internationale Raumstation im Mondorbit

Nach 2024 soll das Lunar Gateway zwar weiter ausgebaut werden, aber Jim Bridenstine betonte mehrfach, dass es keine Internationale Raumstation im Mondorbit sein solle. Aus einem internationalen Projekt ist damit ein US-amerikanisches Projekt geworden, mit Beiträgen einiger ausländischer Partner. Diese Partner sind auch nötig. Das Servicemodul der Orion-Raumschiffe, mit denen Menschen zum Mond fliegen sollen, wird etwa von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa gebaut.

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Angesprochen auf das Ende der zweiten Amtszeit von Präsident Trump im Jahr 2024 sagte der Nasa-Chef, das sei kein Problem: "Wenn wir das richtig machen, gibt es eine starke Unterstützung von allen Parteien." Das war vor der Bekanntgabe des Rücktritts von Sirangelo.

Das Artemis-Programm trägt den Namen der Zwillingsschwester von Apollo in der griechischen Sagenwelt. Es soll eine dauerhafte Nutzung des Mondes möglich machen, zielt aber vor allem auf eine schnelle Landung im Jahr 2024 ab. Entgegen früheren Diskussionen wird die Schwerlastrakete SLS dabei wieder eine Rolle spielen. Deren erster Testflug um den Mond zusammen mit dem ersten Orion-Raumschiff wurde von EM-1 zu Artemis-1 umbenannt und soll plangemäß schon im kommenden Jahr stattfinden.

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Private Unternehmen sollen die Mondlandung übernehmen 
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Daem 31. Mai 2019

Das sind alles Gründe, um auf dem Mond zu landen und eine Basis zu bauen. Aber kein...

Eheran 30. Mai 2019

Man kann auch so argumentieren: Wenn du den Leuten sagst, dass es schon zu spät ist und...

Trollversteher 29. Mai 2019

Du meinst, viele Trump Anhänger waren böse überrascht, als Sie bemerkten, dass sie von...

Lorphos 29. Mai 2019

Dass es völlig illusorisch sein dürfte den Kongress dazu zu gewinnen das Studenkredit...



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