Artemis: SLS Triebwerkstest erfolgreich abgeschlossen
Verspätet, überteuert, aber immerhin erfolgreich getestet. Das Mond-Programm der USA ist einen Schritt näher am ersten Flug.
499,6 Sekunden dauerte der zweite Triebwerkstest der SLS-Trägerrakete am Boden und konnte damit erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei wurde die komplette zentrale Raketenstufe in einem Teststand des Stennis Space Center aufgebaut, mit knapp 900 Tonnen Wasserstoff und Sauerstoff betankt und mit den Triebwerken ein kompletter Flug ins Weltall simuliert.
Die Zentralstufe wird von vier RS-25 Spaceshuttle Triebwerken angetrieben, die noch vom Spaceshuttleprogramm übrig sind. Beim ersten Versuch am 16. Januar 2021 scheiterte dieser sogenannte Green Run bereits nach 67 Sekunden. Zu dem Zeitpunkt beginnen im Test die Schwenktests der vier Triebwerke, bei denen sie gleichzeitig mit maximaler Geschwindigkeit geschwenkt werden. Dabei sank im Januar der Hydraulikdruck aber so stark ab, dass der Test abgebrochen werden musste. Zusätzlich entzündete sich eine Hitzeschutzdecke an einem der Triebwerke.
Zwei Monate später wurde der Test nun wiederholt und erfolgreich abgeschlossen. Die Hitzeschutzdecke wurde mit zusätzlicher Isolation aus Kork versehen, der sich zwar auch entzündet hat, aber nur sehr langsam durchbrennt. Das Material ist deshalb in der Raumfahrt als Hitzeschutz sehr gebräuchlich. Vor den Tests kam es zu Problemen mit den Wasserstoffventilen der Triebwerke, die immer noch untersucht werden. Sie sollten einem Flug dennoch nicht im Weg stehen.
Die Raketenstufe wird nun inspiziert, aufgearbeitet und für den ersten Flug zum Mond im Rahmen der Mission Artemis I vorbeitet. Die Mission war zuletzt noch für 2021 geplant, dürfte aber auf 2022 verschoben werden. Dabei soll ein Orion-Raumschiff ohne Besatzung um den Mond fliegen und zur Erde zurückkehren.
SLS ist stark verspätet und weit überteuert
Die Entwicklung der SLS-Schwerlastrakete wurde 2011 beschlossen. Sie sollte erstmals 2017 fliegen und ihre Entwicklung sollte 11,5 Milliarden US-Dollar kosten. Im Jahr 2010 war Bill Nelson, US-Senator der Demokraten für Florida, verantwortlich für die Durchsetzung des Programms. Während der Debatten sagte er über den skeptischen Senator Bart Gordon von Tennessee:
"Er glaubt nicht, dass wir eine Schwerlastrakete für 11,5 Milliarden Dollar bauen können. Wenn wir keine Rakete für 11,5 Milliarden Dollar bauen können, dann sollten wir den Laden dichtmachen."
Bislang kostete die Entwicklung der SLS-Schwerlastrakete rund 20 Milliarden US-Dollar. Jeder Flug soll wenigstens weitere 2 Milliarden US-Dollar kosten. Der heute 78-jährige Bill Nelson ist ein Freund von US-Präsident Joe Biden und wird als neuer Chef für die Nasa gehandelt. Ob er im Amt seine Ankündigung von 2010 wahr machen will und den Laden dicht macht, ist derweil unklar.
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Naja... mit Kosten darfst du da eigentlich gar nicht anfangen. Die Planung fing vor gut...
Der Test hat zwar gut 8 Minuten gedauert, aber es wurden " 733,000 gallons of supercold...
Meine vollste Unterstützung für den Antrag :-) Danke noch für die Anekdote zu Bill...
Zwei Meilensteine bei Superschwerlast-Raketen an einem Tag. Noch vor wenigen Jahren hätte...