Artemis: Probleme bei neuer mobiler Startplattform für Mondrakete

Von einer mobilen Startplattform soll die SLS-Rakete zum Mond aufbrechen. Doch beim Bau des neuen Startturms gibt es erhebliche Probleme.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine Infografik (auf Englisch), die die Unterschiede der mobilen Launchplattform ML-1 und ML-2 zeigt. Ml-2 wird beispielsweise größer sein.
Eine Infografik (auf Englisch), die die Unterschiede der mobilen Launchplattform ML-1 und ML-2 zeigt. Ml-2 wird beispielsweise größer sein. (Bild: Nasa)

Eine neue Hiobsbotschaft für die Artemis-Mondmission der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Die Fertigstellung der neuen mobilen Startplattform für die SLS-Mega-Mondrakete verzögert sich. Zudem wird die mobile Plattform weitaus teurer als erwartet. Der Fehler liegt diesmal nur teilweise bei der Nasa. Hauptschuldiger ist das Ingenieurbüro Bechtel National Inc., das den Auftrag zum Bau der mobilen Launchplattform ML-2 erhalten hatte.

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"Wir haben festgestellt, dass die schlechte Leistung von Bechtel der Hauptgrund für die erheblichen Kostensteigerungen ist", heißt es in dem Bericht, der von Generalinspekteur Paul Martin der Nasa unterschrieben ist. Bechtel? Die Baufirma Bechtel sollte Anfang der 1980er das havarierte Atomkraftwerk Three Mile Island sanieren und schon damals fiel das Unternehmen wegen übergangener Sicherheitsüberprüfungen negativ auf.

Der 118 Meter hohe Turm soll die Betankung und den Start einer größeren und leistungsfähigeren Version des Space Launch System (SLS) der Nasa unterstützen. Für die ersten drei Artemis-Missionen hat dies keine Auswirkungen. Erst ab Artemis IV soll die neue Startplattform ML-2 zum Einsatz kommen. Dann soll eine modifizierte und leistungsfähigere SLS-Mega-Mondrakete zum Mond geschickt werden, die bis zu 40 Prozent mehr Fracht transportieren kann.

Wer ist der Schuldige?

Ursprünglich sollte die mobile Startplattform 383 Millionen US-Dollar kosten - mittlerweile scheint es so, als dass die Startplattform bei Fertigstellung 960 Millionen US-Dollar kosten wird. Zwar versuchten die Bechtel-Mitarbeiter einen Teil der Kostensteigerungen auf die Covid-19-Pandemie zu schieben, jedoch sieht der Generalinspektor das anders. Laut ihm hat das Ingenieurbüro den Umfang und die Komplexität des Projekts unterschätzt, als es vor drei Jahren den Auftrag annahm.

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Doch auch die Behörde sei nicht ganz unbeteiligt. Die Nasa vergab den Auftrag an Bechtel, bevor die Spezifikationen für die Oberstufe der Space Launch System-Rakete (SLS) fertiggestellt waren. Das Fehlen der endgültigen Anforderungen für die Explorationsoberstufe (EUS) behinderte die Konstruktion des mobilen Startturms, der die Rakete am Boden mit Energie und Treibstoff versorgen muss.

Die Nasa begründet diese Entscheidung damit, dass sie keine andere Wahl hatte, als die Entwicklung und den Bau des Turms voranzutreiben, um den Zeitplan für ihre Mondmissionen einzuhalten.

Mehrkosten und Verzögerungen im Bau

Die Fertigstellung des massiven Startturms sollte eigentlich diesen März abgeschlossen sein - doch laut dem Bericht wird der Bau wohl erst im ersten Quartal 2023 beginnen können. Die Fertigstellung und Lieferung von ML-2 verschiebt sich somit von März 2023 auf Oktober 2025 - wenn alles gut geht. Da jedoch mit Problemen während der Bauphase zu rechnen ist, ist wohl eine Auslieferung von ML-2 erst im Dezember 2027 realistischer. Damit könnten die Gesamtbaukosten sogar auf 1,5 Milliarden US-Dollar ansteigen - zu diesem Ergebnis kommt das unabhängige Überprüfungsteam.

Bevor die Rakete aber gestartet werden kann, muss die Launchplattform ML-2 erst noch getestet werden. Der Launch der Artemis-IV-Mission wird somit voraussichtlich nicht vor Ende 2028 erfolgen.

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