Artemis: Nasa muss die Kosten für die Mega-Mondrakete SLS senken

Der US-amerikanische Rechnungshof wirft der Nasa mangelnde Transparenz bezüglich ihrer Mondrakete SLS vor. Die Kosten für die Rakete müssen sinken.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Künstlerische Darstellung eines SLS-Starts.
Künstlerische Darstellung eines SLS-Starts. (Bild: NASA / Boeing)

Der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa mangele es an Transparenz bezüglich der Kosten ihres Mega-Mondraketen-Programms SLS (Space Launch System). Zu diesem Schluss kommen Beamte des US-amerikanischen Rechnungshofs GAO (Government Accountability Office) in einem am 7. September 2023 veröffentlichten Bericht. Die GAO ist für die Effizienzanalyse der Ausgaben von US-Steuergeldern zuständig.

"Hochrangige Nasa-Beamte sagten dem GAO, dass das SLS-Programm bei den derzeitigen Kosten nicht finanzierbar sei", heißt es in dem neuen Bericht. Der Rechnungshof äußerte ernsthafte Bedenken über die Entscheidung der Nasa, die Produktionskosten der SLS-Raketenelemente, einschließlich der für künftige Starts benötigten Kernstufen und Raketentriebwerke nicht zu messen. Stattdessen teilte die Nasa den Autoren des Berichts mit, dass sie plane, "die Produktionskosten und die Erschwinglichkeit des SLS-Programms über die fünfjährige Produktions- und Betriebskostenschätzung zu überwachen".

Laut dem Rechnungshof sei dieses Messinstrument ungeeignet. Das liegt unter anderem auch an der unregelmäßigen Aktualisierung der fünfjährigen Produktionskostenschätzungen. In dem Bericht werden auch Bedenken hinsichtlich der Entwicklungskosten künftiger Hardware für das Raketenprogramm – einschließlich der Explorationsoberstufe – geäußert. Ein weiteres Problem bei den Kostenschätzungen ist, dass sie Verzögerungen bei den Artemis-Missionen nicht zu berücksichtigen scheinen.

Artemis II soll die erste astronautische Mondmission seit der Apollo-Ära sein. Statt 2024 wird die Mission voraussichtlich nicht vor 2025 starten. Weitere Verzögerungen sind für die kommenden Artemis-Missionen zu erwarten. Laut mindestens einem Nasa-Beamten werden diese Verzögerungen keine Auswirkung auf die Kosten des Programms haben. Das sieht der Rechnungshof anders.

Nasa will Kosten senken – kann sie das überhaupt?

"Einige Nasa-Beamte sagten uns, dass Änderungen der Artemis-Missionstermine keinen Einfluss auf die Kostenschätzung des SLS-Programms haben sollten", heißt es in dem Bericht. "Andere Beamte merkten an, dass die Kostenschätzung des Programms voraussichtlich steigen würde, um die Verzögerung der Artemis-IV-Mission zu berücksichtigen, die von 2026 auf 2028 verschoben wurde."

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Nasa an einem Vier-Stufen-Plan arbeitet, der die Kosten des SLS-Raketenprogramms im Laufe der Zeit senken soll:

  • Stabilisierung des Flugplans
  • Effiziente Lernkurve erreichen
  • Ermutigung zur Innovation
  • Anpassung der Beschaffungsstrategien zur Reduzierung des Kostenrisikos

Die GAO-Beamten halten in ihrem Bericht fest, dass es sich um ehrgeizige Ziele handele, bemängelen aber auch, dass die Nasa "noch keine spezifischen Kosteneinsparungsziele auf Programmebene festgelegt [hat], die sie zu erreichen hofft. Die Nasa hat einige Fortschritte bei der Umsetzung dieser Strategien gemacht, aber es ist noch zu früh, um ihre Auswirkungen auf die Kosten vollständig zu bewerten".

Inwieweit sich die Kosten in der Realität tatsächlich senken lassen, muss sich erst noch zeigen. Vielleicht kann die Nasa die hohen Kosten zukünftig nur durch das neue Wettrennen zum Mond rechtfertigen. Diesmal ist es nicht Russland, sondern China, gegen das die USA das Rennen führen.

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BinEntwickler 10. Sep 2023

die USA waren schon dort und sogar mehrmals... also als erster... selbst wenn China...

ashahaghdsa 08. Sep 2023

ChatGPT?

Muhaha 08. Sep 2023

Gute Frage. Ich habe im PDF keinen Abschnitt gefunden, der dazu passen könnte. Edit...



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