Artemis III: Nasa nennt neun Landestellen für ihre bemannte Mondmission
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa bereitet sich auf ihre erste bemannte Mondlandung seit mehr als fünf Jahrzehnten vor. Nach der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 sollen mit Artemis III wieder zwei Menschen auf die Mondoberfläche gebracht werden. Am 28. Oktober 2024 hat die Nasa neun potenzielle Landeregionen in der Nähe des lunaren Südpols bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster) .
Es handelt sich um die Regionen: Peak in der Nähe von Cabeus B, Haworth, Malapert-Massiv, Mons Mouton-Plateau, Mons Mouton, Nobile Rim 1, Nobile Rim, de Gerlache Rim 2 und Slater Plain.
Diese Regionen sollen in wissenschaftlichen und technischen Studien weiter untersucht werden. Auch über Artemis III hinaus will die Behörde weitere Regionen außerhalb der jetzt vorgestellten möglichen Landestellen untersuchen. Während der fünften Artemis-Mission soll auch das bemannte Mondfahrzeug-LTV (Lunar Terrain Vehicle) zum Einsatz kommen.
Ergreift die Nasa wieder die Führung in der Monderforschung?
"Die Auswahl dieser Regionen durch die Nasa zeigt unser Engagement, die Besatzung sicher in der Nähe des Mond-Südpols zu landen, wo sie dazu beitragen wird, neue wissenschaftliche Entdeckungen zu machen und zu lernen, auf der Mondoberfläche zu leben" , sagte Lakiesha Hawkins, die assistierende stellvertretende Verwaltungsleiterin der Mond-zum-Mars-Programm-Abteilung.
Die Bekanntgabe kommt einen Monat, nachdem die Nasa stark von einigen Mondwissenschaftlern und -ingenieuren kritisiert wurde, weil die Behörde aus finanziellen Gründen das Mondrover-Programm Viper gestrichen hatte – und das, obwohl der Rover so gut wie startklar war. Die Gruppe warf der Nasa und den USA vor , dass sie "die Führung der Monderforschung" den Chinesen überließen . Dennoch scheint die Verkündung der Landeplätze keine offizielle Reaktion auf diesen Vorwurf zu sein.
Das Auswahlverfahren
Für die Analyse der Standortauswahl arbeitete die Nasa eng mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie zusammen. Entsprechend wurden einige Regionen als potenzielle Landeregionen hinzugefügt und andere ausgeschlossen. Das Team nutzte dafür die Daten des LRO-Mondorbiters (Lunar Reconnaissance Orbiter) der Nasa und die neusten Forschungsergebnisse der Mondwissenschaft.
Zu den Faktoren im Auswahlverfahren gehörten das wissenschaftliche Potenzial, die Verfügbarkeit von Startfenstern, die Eignung des Geländes, die Lichtverhältnisse und die Kommunikationsmöglichkeiten mit der Erde. Die Auswahl wurde dann mit den Flugbahnfähigkeiten der Megamondrakete-SLS (Space Launch System) , dem Orion-Raumschiff und der Landefähre – dem umgebauten Starship HLS (Human Landing System) von SpaceX – kombiniert.
Besonderheit der ausgewählten neun Regionen
Der Südpol des Mondes "bietet Zugang zu einigen der ältesten Gebiete des Mondes sowie zu kalten, schattigen Regionen, die Wasser und andere Verbindungen enthalten können" , erklärt die Artemis-Mondwissenschaftsleiterin der Nasa, Sarah Noble, in einer Pressemitteilung.
"Jede dieser Landeregionen wird es uns ermöglichen, erstaunliche wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und neue Entdeckungen zu machen" , fügt Noble hinzu. Die ausgewählten Regionen weisen unterschiedliche geologische Merkmale auf und bieten Flexibilität für die Verfügbarkeit von Missionen.
Bisher hält die Nasa an ihrem frühesten Starttermin im September 2026 fest. Kritiker sehen jedoch keine Startmöglichkeit vor Anfang 2027 – ohnehin erstreckt sich das Startfenster für Artemis III bis Februar 2028.
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