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Artemis II: Wettlauf gegen die Launen der Sonne

Wie die Nasa die Crew der Mond -Mission Artemis II mit Hightech-Warnsystemen und einem Sturmbunker vor gefährlicher Strahlung im Weltraum schützt.
/ Patrick Klapetz
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Das Orion-Raumschiff könnte von hochenergetischen Sonnenpartikeln getroffen werden (Bildmontage). (Bild: Nasa, TopPNG/Montage: Golem)
Das Orion-Raumschiff könnte von hochenergetischen Sonnenpartikeln getroffen werden (Bildmontage). Bild: Nasa, TopPNG/Montage: Golem
Inhalt
  1. Artemis II: Wettlauf gegen die Launen der Sonne
  2. Das Orion-Raumschiff als Sturmbunker

Während die US-Raumfahrtbehörde Nasa die Rückkehr von Menschen zum Mond vorbereitet, rückt ein entscheidender Sicherheitsfaktor in den Fokus: das Weltraumwetter. Denn fernab des schützenden Erdmagnetfeldes sind die vier Astronauten der Artemis-II-Mission der gefährlichen Strahlung solarer Stürme ausgesetzt. Zur Risikominimierung wird das Weltraumwetter laut Nasa durch ein engmaschiges Netzwerk überwacht(öffnet im neuen Fenster) .

Auf der zehntägigen Mondreise werden die vier Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen den niedrigen Erdorbit verlassen. Dann trifft das Orion-Raumschiff auf die konstante galaktische kosmische Strahlung, könnte aber auch solaren Teilchenereignissen (Solar Particle Events, SPE) ausgesetzt sein.

Strahlenkrankheit und erhöhtes Krebsrisiko

Diese hochenergetischen Protonen, die bei Sonneneruptionen ausgestoßen werden, können die Gesundheit der Besatzung massiv gefährden. Zu den Risiken zählen die akute Strahlenkrankheit während der Mission, langfristig erhöhte Krebsrisiken und die Beeinträchtigung der kognitiven Fähigkeiten sowie der Leistungsfähigkeit der Crew.

Das Human Research Program der Nasa klassifiziert diese Strahlung als eine der fünf Hauptrisiken für die bemannte Raumfahrt(öffnet im neuen Fenster) . Studien auf der zu Teilen geschützten ISS und Daten der Apollo-Ära zeigen, dass ungeschützte SPE-Exposition zu akuter Strahlenkrankheit wie Übelkeit oder Fatigue – ein Zustand extremer, chronischer Erschöpfung, der den Alltag stark beeinträchtigt – führen kann.

Ein Frühwarnsystem im Weltraum

Um dieses Risiko zu minimieren, gibt es das Moon to Mars Space Weather Analysis Office der Nasa (ein Büro zur Weltraumwetteranalyse von Mond bis Mars), das eng mit der nationalen US-Behörde für Ozeanografie und Atmosphärenforschung NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) zusammenarbeitet.

Um das Weltraumwetter genau zu analysieren, greift das Büro auf ein Netzwerk von Satelliten und sogar einen Rover zurück. Dazu gehören das Observatorium für Sonnendynamik (SDO: Solar Dynamics Observatory), das hochauflösende Bilder der Sonnenoberfläche liefert, die Imap-Sonde (Interstellar Mapping and Acceleration Probe), die dabei hilft, die Beschleunigung von Teilchen zu entschlüsseln, sowie der Perseverance-Rover auf dem Mars. Dieser ungewöhnliche Helfer beobachtet von der Mars-Oberfläche aus Sonnenflecken, noch bevor diese durch die Rotation der Sonne von der Erde aus sichtbar werden.


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