Artemis II und der Börsenhandel: Kommerzialisierung des Orbits erreicht die Billionengrenze
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Am 1. April 2026 startete die Nasa-Mission Artemis II vom Kennedy Space Center. Die Orion-Kapsel mit vier Astronauten an Bord erreichte wenige Stunden später den Abstandsrekord von Apollo 13, sie war rund 407.000 km von der Erde entfernt. Es ist der erste bemannte Flug jenseits des erdnahen Orbits seit 1972.
Für die Raumfahrtindustrie ist das mehr als ein Symbol. Die Nasa vergibt diesmal wesentliche Teile der Mission über das Programm namens Commercial Lunar Payload Services (CLPS) an Privatunternehmen. Dadurch entsteht ein kommerzieller Markt für Mondlogistik, Kommunikation und Erdbeobachtung.
Hinzu kommt der bevorstehende SpaceX-Börsengang. Das Unternehmen peilt eine Bewertung von bis zu 1,75 Billionen US-Dollar an. Das hat frisches Kapital in den gesamten Sektor gezogen und auch kleinere börsennotierte Firmen neu bewertet. Der Procure Space ETF (UFO) markierte Anfang April ein Allzeithoch.
Als dritter Treiber wirkt der geopolitische Faktor: Staaten investieren massiv in Satellitennetze und militärische Raumfähigkeiten. Börsennotierte Raumfahrtunternehmen profitieren direkt von staatlichen Aufträgen.
Mondlogistik als Infrastrukturproblem
Intuitive Machines (US46125A1007; LUNR) löst ein Problem, das SpaceX nicht adressiert: den letzten Kilometer auf den Mond.
Das Unternehmen entwickelt Lander, die Nutzlasten sicher auf der Oberfläche absetzen. Bereits 2024 landete Odysseus als erstes privat finanziertes Raumschiff auf dem Mond.
Im März 2026 sicherte sich Intuitive Machines einen weiteren CLPS-Auftrag über 180,4 Millionen US-Dollar. Strategisch noch wichtiger ist der Vertrag zum Aufbau eines Kommunikations- und Navigationsnetzwerks im Cislunar-Raum. Das maximale Volumen liegt bei 4,82 Milliarden US-Dollar über zehn Jahre. Dieses Netzwerk soll die Abhängigkeit vom Deep Space Network der Nasa verringern.
Für 2026 erwartet das Management einen Umsatz zwischen 900 Millionen und einer Milliarde US-Dollar – maßgeblich getrieben durch die Übernahme von Lanteris Space Systems.
Tägliche Erdbeobachtung mit Kleinsatelliten
Planet Labs (US72703X1063; PL) betreibt eine der größten Flotten kommerzieller Kleinsatelliten weltweit. Statt weniger großer Satelliten setzt das Unternehmen auf viele günstige Einheiten, die die Erde täglich komplett erfassen. Die Daten werden mit KI automatisch ausgewertet.
Das Verteidigungs- und Geheimdienstgeschäft wächst besonders stark. Im Gesamtjahr 2026 legte es um 50 Prozent zu. Der Auftragsbestand stieg um 79 Prozent auf über 900 Millionen US-Dollar. Der Umsatz erreichte 308 Millionen US-Dollar (plus 26 Prozent). Erstmals erzielte das Unternehmen ein positives bereinigtes Ebitda.