Statt neuer Ideen gab es nur Apollo Reloaded
Was nach 2003 im Raumfahrtprogramm der Nasa folgte, war das Gleiche wie in Hollywood und fast überall in der Kultur: Statt neuer Ideen wurden alte Konzepte wiederbelebt, weil sie doch früher so beliebt waren. George Bush startete 2004 das Constellation-Programm mit Flügen zum Mond als Vorbereitung für Flüge zum Mars. Immerhin war die Fertigstellung der ISS Teil des Programms, um den Verpflichtungen gegenüber den internationalen Partnern nachzukommen. Das sind Dinge, die heute von den USA nicht mehr zu erwarten sind.
Aber teure Kriege ohne klare Zielstellung in Afghanistan und Irak, eine Immobilienkrise, eine weltweite Wirtschaftskrise, Abwertung des US-Dollars und eine stagnierende Wirtschaft setzten dem Constellation-Programm ein Ende. Unter dem 2008 gewählten Präsidenten Obama wurde es abgeschafft. Es sei zu teuer, verspätet und nicht innovativ. Aber letztlich wurde es dennoch fortgeführt, während gleichzeitig private Unternehmen gefördert wurden.
Das Orion-Raumschiff wurde weiterentwickelt. Die kleine Ares-I zum Start des Raumschiffs und die große Ares-V-Frachtrakete, die ohne Menschen fliegen sollte, wurden abgeschafft und durch SLS ersetzt. SLS war etwas kleiner als die Ares V, sollte aber mit Menschen fliegen. Das allein war eine Garantie für extrem hohe Kosten. Um Kosten einzusparen, wurde die Entwicklung der Oberstufe – das kleinste, aber wichtigste Teil der Rakete – nicht finanziert. Der Ersatz durch die ICPS, die Oberstufe der viel kleineren Delta IV, hat die Nutzlast der Rakete halbiert.
Nicht die Ingenieure, sondern der Senat bestimmt die Raketentechnik
SLS, schon damals als Senate-Launch-System bezeichnet, war eine politisch gewollte Gelddruckmaschine ohne höheren Zweck. Flüge zum Mond und zum Mars gab es nicht mehr. Stattdessen sollte ein kleiner Asteroid besucht werden. Die Sinnhaftigkeit der Mission, die immerhin ohne Lander ausgekommen wäre, stand von Anfang an in Zweifel und sie wurde nie weiter geplant. Erst mit Artemis kamen unter Trump die Mondpläne zurück und natürlich auch Pläne für Flüge zum Mars. Nur diesmal nicht für die Menschheit, sondern für Amerika.
Die Entwicklung von SLS, ohne die Arbeit am Constellation-Programm, kostete über 20 Milliarden US-Dollar. Das Orion-Raumschiff sollte 2014 erstmals mit Menschen fliegen, es dauerte noch zwölf weitere Jahre, die Entwicklung kostete über 20 Milliarden US-Dollar – und es ist vollkommen überflüssig.
Raumfahrt ist bei der Nasa nur noch Nebensache
Es gibt mit den Crew Dragons längst besser erprobte Raumkapseln in den USA. Schwerlastraketen wie die Falcon Heavy und die New Glenn haben zu viel niedrigeren Kosten fast die gleiche Leistung wie SLS in der heutigen Form und hätten problemlos für Flüge wie Artemis II verwendet werden können. Jeder Artemis-Flug kostet nun über vier Milliarden US-Dollar zusätzlich zu den Entwicklungskosten, ohne irgendetwas Neues oder Besonderes zu tun. Die tatsächliche Raumfahrt ist in der Nasa längst Nebensache.
Aber alle Warnungen und Beschreibungen der absurden, gänzlich außer Kontrolle geratenen Korruption in den Raumfahrtprogrammen der Nasa wurden – nicht zuletzt auch in den Leserforen – als unnötig negativ bezeichnet. Diese Korruption war aber ein akkurates Abbild des Zustandes der US-Politik, der den Aufstieg Donald Trumps überhaupt erst ermöglichte und deren Ausmaß mit ihm nun offen zu Tage tritt. Das Geld ist endgültig zur Hauptsache geworden, die Politik ist nun nur noch Mittel zur Selbstbereicherung.
Am 1. April 2026 hat die Integrität die USA verlassen und am 2. April flog sie weiter zum Mond. Hoffen wir auf eine baldige Rückkehr.
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