Die Nasa machte teure Versprechen von billiger Raumfahrt
Das Spaceshuttle-Programm wurde mit falschen Versprechen von billigen Raketenstarts durchgesetzt. Allerdings waren große Teile des Spaceshuttles nicht wiederverwendbar. Die Wartung war aufwendig und der größte Teil der Masse, die das Spaceshuttle in den Orbit brachte, war keine Nutzlast, sondern die Masse des Shuttles selbst. Insofern hatte es die gleichen Probleme wie das Starship heute.
Aber es gab nur eine Variante des Spaceshuttles und die musste von Menschen geflogen werden. Bei jedem Satellitenstart mit dem Spaceshuttle wurde die dafür unnütze Crew sinnlos in Gefahr gebracht, wie beim Start der Mission STS-51-L(öffnet im neuen Fenster) zur Aussetzung eines TDRS-Relais-Satelliten, die auch bei Artemis noch zur Datenübertragung dienen. 1986 sollte erstmals eine Lehrerin ins Weltall kommen, an Bord der Raumfähre Challenger, deren Explosion die Illusion vom billigen Satellitenstart mit Spaceshuttles endgültig zerstörte.
Das sicherte wiederum das europäische Quasimonopol für kommerzielle Satellitenstarts mit den Ariane-Raketen, das zurückgeht bis auf das Jahr 1975, als die USA die kommerzielle Nutzung des deutsch-französischen Satelliten Symphonie(öffnet im neuen Fenster) verboten, weil er mit einer amerikanischen Rakete gestartet werden musste.
Europa wurde zum größten Fisch im kleinen Teich
Das wurde nötig, weil die desaströse Entwicklung der Europa-Rakete durch die ELDO (European Launcher Development Organisation)(öffnet im neuen Fenster) endgültig abgebrochen wurde. Aus der geplanten Europa III wurde letztlich die Ariane 1 und mit ihren Nachfolgern übernahm Europa und die neu gegründete Esa für einige Jahrzehnte den gesamten Markt, den das Spaceshuttle versorgen sollte.
Doch tatsächlich dominierte Europa nur den Niedergang der Raumfahrt am Ende des Kalten Krieges – als größter Hecht in einem immer kleineren Teich. Ohne ständige Starts von Militärsatelliten sank die Zahl der Satellitenstarts beständig, eine Weiterentwicklung fand kaum noch statt. Bis ins 21. Jahrhundert hinein flogen fast alle Satelliten mit Technik der 50er, 60er und 70er Jahren ins All.
Russischer Nationalismus wird übersehen
Gleichzeitig lief der Abstieg und Zerfall der Sowjetunion. Russlands Raumfahrt wurde, wie der Rest der Wirtschaft, nach dem Zerfall der Sowjetunion durch internationale Projekte und Investitionen am Laufen gehalten. Sojus und Proton wurden zum Ersatz der Ariane 4 und zur Ergänzung der Ariane-5-Raketen. Die ISS ersetzte die Raumstation Alpha und wurde zur Existenzberechtigung des Spaceshuttles und damit auch eines großen Teils der Nasa und deren Selbstbild.
Das galt umso mehr für Russland, das sich seit Sputnik und Gagarin als Raumfahrtnation sieht. Doch statt die immer wieder zur Schau gestellte Arroganz und vorgebrachten Drohungen von Alleingängen Russlands durch Abtrennung russischer Module von der ISS ernst zu nehmen und sie in die Schranken zu weisen, lief die immer einseitigere Kooperation weiter. Der Grund war die höhere Sicherheit der Sojus-Raumschiffe und die objektiv praktikablere und bis in die 2010er Jahre technologisch fortgeschrittenere russische Triebwerkstechnik. Aber die Tragweite des russischen Nationalismus wurde auch in der Raumfahrt übersehen.
Der Tiefpunkt der weltweiten Raumfahrt wurde 2003 erreicht, als mit der Columbia das zweite Spaceshuttle im Flug zerstört wurde und sieben weitere Menschenleben forderte. 2004 und 2005 startete kaum noch mehr als eine Rakete pro Woche, oft auch gar keine.
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