Artemis: Fit halten für die Mondmission

Das Orion-Raumschiff für die anstehenden Artemis-Missionen ist nicht gerade groß. Dennoch müssen sich vier Besatzungsmitglieder sportlich dort oben betätigen.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine Collage mit der Besatzung von Artemis II und dem Schwungrad Rocky.
Eine Collage mit der Besatzung von Artemis II und dem Schwungrad Rocky. (Bild: Nasa, golem.de)

Die nächsten Menschen sollen mit der astronautischen Raumfahrtmission Artemis III voraussichtlich im Jahr 2027 auf der Mondoberfläche landen. Bis dahin testen die Astronauten und Astronautinnen der zukünftigen Mondmissionen alle Facetten für ein vorübergehendes Leben auf dem Mond. Das umfasst den Verzehr von Weltraum-Snacks oder analoge Missionen.

Die ausgewählte Besatzung für die zweite Artemis-Mission, die einen Rundflug – aber keine Landung – um den Mond absolvieren soll, lebt praktisch in Modellen ihres Orion-Raumschiffs. Dort sollen die Astronauten laut Space.com lernen, wie sie sich auf engem Raum sicher manövrieren können. Zu den Aufgaben gehören auch ganz alltägliche Dinge.

Beim Transfer zum Mond und zurück zur Erde wird sich die Besatzung in der Schwerelosigkeit befinden. Entsprechend müssen sie sich fit halten – was auf engen Raum weitaus schwerer sein wird als etwa auf der Internationalen Raumstation ISS. Dort können die Besatzungsmitglieder zumindest in andere Module ausweichen.

Ein Mini-Schlafzimmer für vier Personen zum Mond

Das Orion-Raumschiff bietet zwar 60 Prozent mehr Platz als die Apollo-Mondkapseln der 1960er- und 1970er-Jahre. Jedoch fliegen diesmal vier und nicht drei Astronauten mit. Das Raumschiff bietet gerade einmal einen Platz von 8,9 Kubikmetern. Das entspricht einem winzigen Schlafzimmer in städtischen Gebieten wie New York City oder Singapur. Hinzu kommen Computer und andere Geräte.

Viel Platz zum Leben bleibt nicht. "Wir sind sehr masse- und raumbeschränkt, und das bestimmt, wie viel Platz wir haben, um Dinge mitzunehmen", sagte der kanadische Artemis-Astronaut Jeremy Hansen im Hauptquartier der kanadischen Weltraumbehörde (CSA) Reportern. Hansen werde als persönlichen Gegenstand nur einen Anhänger von seiner Frau und seinen drei Kindern mitnehmen.

Rocky, das Schwungrad

Um bei der Mission dennoch fit zu bleiben, wird sich ein mobiles Schwungrad (flywheel) an Bord der Raumkapsel befinden. Es trägt den Namen Rocky (Resistive Overload Combined with Kinetic Yo-Yo) und erinnert damit an den fiktiven Boxer, der von Sylvester Stallone in zahlreichen Filmen verkörpert wurde.

Die Besatzung wird täglich 30 Minuten lang Kniebeugen und Kreuzheben mithilfe von Kabeln an dem Gerät machen. Diese wirken wie ein Jo-Jo. Durch einfache Anpassungen kann das Flywheel auch als Rudergerät verwendet werden. Es wiegt 14 Kilogramm und ist so groß wie ein Handgepäckkoffer. Die maximale Elastizität beträgt 181 Kilogramm.

"Je länger die Missionen werden, desto mehr müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie viel Bewegung man mindestens machen muss, um ein bestimmtes Fitnessniveau aufrechtzuerhalten", erklärte Natalie Hirsch, Projektmanagerin für operative Weltraummedizin bei der CSA, während einer Medienrunde. Die zweite Artemis-Mission wird jedoch maximal zehn Tage dauern.

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