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Arsenalschiff: China baut bewaffnetes Handelsschiff mit Raketen-Containern

Aufnahmen aus chinesischen Quellen zeigen ein Frachtschiff mit 60 Senkrechtstartanlagen für Flugkörper, Radaranlagen und Nahbereichswaffen.
/ Andreas Donath
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Arsenalschiff aus China (Bild: Chinesisches Internet/TWZ)
Arsenalschiff aus China Bild: Chinesisches Internet/TWZ

China scheint an einem Arsenalschiff zu arbeiten, das zwei Drittel der Feuerkraft eines US-Zerstörers hat. Ein bewaffnetes Handelsschiff ist keine neue Idee – aber in diesem Ausmaß durchaus bemerkenswert, wie The War Zone berichtet.(öffnet im neuen Fenster)Die Aufnahmen zeigen ein chinesisches Frachtschiff, dessen Deck fast vollständig mit militärischer Ausrüstung bedeckt ist. 60 Vertical-Launch-Zellen(öffnet im neuen Fenster) in containerisierten Modulen dominieren die Ladefläche, dazu gesellen sich ein großes Phased-Array-Radar, ein Nahbereichsabwehr-Flugabwehrsystem Type-1130(öffnet im neuen Fenster) und mehrere Täuschkörperwerfer.

Die Bilder zeigen: mehr Waffen als mancher Zerstörer

Die Raketenwerfer sind in fünf mal drei Modulen angeordnet, jedes mit vier Startschächten. Das ergibt insgesamt 60 Launch-Zellen – zum Vergleich: Ein Arleigh-Burke-Zerstörer der Flight-I-Klasse(öffnet im neuen Fenster) verfügt über 90 solcher Zellen. Das Phased-Array-Radar(öffnet im neuen Fenster) sitzt auf drei gestapelten Containern vor der Brücke, ein weiteres kuppelförmiges System – vermutlich für Kommunikation oder zusätzliche Sensorik – befindet sich auf zwei Containern am Deck.

Das Type-1130-Nahbereichsabwehr-Flugabwehrsystem thront erhöht am Bug auf Containern. Diese 30-mm-Gatling-Kanone dient der Abwehr anfliegender Raketen oder Drohnen. Auf beiden Seiten des Schiffs befinden sich Type-726-Täuschkörperwerfer(öffnet im neuen Fenster), eine Containerebene tiefer montiert. Die zylindrischen Behälter an verschiedenen Stellen sind vermutlich Notfall-Rettungsflöße.

Hat das Schiff Picket- oder Arsenalfunktion?

Die große Radarinstallation deutet darauf hin, dass das Schiff nicht nur als schwimmende Waffenplattform dienen soll, sondern auch als Picket-Schiff zur Frühwarnung(öffnet im neuen Fenster). Mit dieser Ausstattung könnte es Luftraumüberwachung in definierten Zonen übernehmen.

China zeigte bereits in Übungen, wie zivile Schiffe militärisch genutzt werden können. Fähren wurden für Insellandungen umgebaut, Handelsschiffe als improvisierte Hubschrauberträger eingesetzt. Das Konzept containerisierter Waffensysteme wird international seit mehr als einem Jahrzehnt diskutiert – China scheint es nun konkret umzusetzen.

Allerdings bleiben Fragen offen. Die Bilder wirken gestellt, wie für Dokumentationszwecke arrangiert. Ob das Schiff tatsächlich einsatzbereit ist oder nur ein Konzept darstellt, lässt sich nicht abschließend klären.

Chinas Schiffbau-Kapazität als strategischer Vorteil

Die strategischen Implikationen sind beachtlich. Chinas riesige Handelsflotte und gewaltige Schiffbaukapazität würden eine weitreichende Umsetzung solcher Umbauten ermöglichen, die andere Länder nicht haben. Im Konfliktfall könnte so jedes Schiff als Gegner aufgefasst werden, auch vermeintlich zivil aussehende Muster. Gleichzeitig könnten solche Schiffe im Konfliktfall Handelsrouten massiv stören.


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