Arsen im Wasser: BMWs Kobaltlieferant soll Umwelt stark schädigen
BMW kündigte vor einigen Jahren an, nur noch nachhaltig gewonnenes Kobalt zu verwenden. Nach Recherche eines internationalen Medienteams verschmutzt der Lieferant des Münchener Autokonzerns die Umwelt erheblich.
Kobalt ist ein wichtiger Rohstoff für Akkus. Das meiste kommt aus der Demokratischen Republik Kongo, wo der Rohstoff zum Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen und sogar von Kindern abgebaut wird. BMW hatte 2019 angekündigt, nur noch nachhaltig und fair gewonnenes Kobalt zu nutzen.
2020 schloss der Autokonzern dafür ein Lieferabkommen mit Managem. Der marokkanische Rohstoffkonzern deckt demnach ein Fünftel von BMWs Kobaltbedarf. Das Kobalt sei nachhaltig, teilte BMW seinerzeit mit(öffnet im neuen Fenster). Nachhaltigkeit spiele "eine zentrale Rolle beim Ausbau der Elektromobilität".
Arsen gelangt in die Umwelt
Managem nimmt es aber offenbar nicht so genau mit dem Nachhaltigkeit – das berichtet ein Team internationaler Medien, bestehend aus NDR und WDR(öffnet im neuen Fenster) (NDR), der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster), Reporterre aus Frankreich und Hawamich aus Marokko. Demnach gelangten aus Managems Mine Bou Azzer im Süden Marokkos große Mengen Arsen in die Umwelt.
Das gehe aus Wasser- sowie aus Urinproben hervor, die bei der Mine genommen wurden. Analysiert wurden sie von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg. Die Erze, die Bou Azzer abgebaut werden, enthielten unter anderem Arsenid, das in Verbindung mit Wasser zu giftigem Arsen wird.
In unmittelbarer Nähe der Mine wurden 18.000 Mikrogramm pro Liter nachgewiesen – der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Trinkwasser liegt bei 10 Mikrogramm. Noch in 10 Kilometern Entfernung wurden in einer Oase Arsenkonzentrationen gemessen, die den WHO-Grenzwert um ein Vielfaches überstiegen. Mit dem Wasser gießen Bauern ihre Pflanzen.
Es besteht Handlungsbedarf
Er habe in seinem Berufsleben noch nie solch hohe Arsenwerte in Wasserproben gesehen, sagte Wolf von Tümpling, Leiter der Abteilung Wasseranalytik am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. "Die Konzentration ist exorbitant hoch und stellt eine Gefährdung dar. Und es ist auf jeden Fall so, dass dort Handlungsbedarf besteht."
Aktuelle und ehemalige Beschäftigte werfen Managem zudem vor, nicht ausreichend über Gesundheitsrisiken aufzuklären und zu schulen. Zudem gebe es nicht genügend Schutzausrüstung. Die Arbeiter werden oft von Subunternehmern beschäftigt und sollen im Fall von berufsbedingten Erkrankungen entlassen werden.
Managem wies die Vorwürfe zurück. Laut dem Bergbaukonzern werden alle Arbeits- und Sozialstandards eingehalten. Eigene Messungen hätten keine erhöhten Arsenwerte ergeben.
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