Arrow Launcher ausprobiert: Der Android-Launcher von Microsoft

Microsoft testet aktuell mit Arrow einen eigenen Android-Launcher und erweitert damit sein App-Angebot für Android. Auf Google+(öffnet im neuen Fenster) gibt es eine entsprechende Testgruppe; wird der Nutzer hier Mitglied, kann er die App bereits ausprobieren.

Allerdings können Interessenten den Launcher auch ausprobieren, ohne dem Testprogramm beizutreten: Die APK-Datei des Launchers ist mittlerweile auch im Netz herunterladbar, wie Android Police berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Golem.de hat Arrow ausprobiert.




Arrow besteht anders als andere Android-Launcher nur aus drei Bildschirmen: einem Hauptbildschirm mit Apps, einer Seite für Erinnerungen und Notizen und einem Kontaktbildschirm. Weitere Seiten lassen sich nicht hinzufügen. Das sorgt zwar für Übersicht, dürfte aber Nutzer mit vielen Apps etwas einschränken.
Maximal 25 Apps auf dem Startbildschirm
Für die Apps stehen auf dem Hauptbildschirm insgesamt 25 Plätze zur Verfügung. Davon werden 16 von Arrow selbst gewählt - vier kürzlich verwendete und zwölf häufig benutzte Apps. Darunter gibt es eine Leiste mit Platz für vier Anwendungen, die der Nutzer selbst wählen kann, sowie eine Schaltfläche für die Übersicht über alle installierten Apps.
Wischen wir diese Leiste nach oben, kommen weitere fünf Apps zum Vorschein, die wir selbst auswählen können. Zusätzlich haben wir jetzt Zugriff auf diejenigen fünf Kontakte, die wir zuletzt kontaktiert haben. Die insgesamt elf Plätze für Apps, die wir selbst belegen können, lassen sich auch mit Ordnern füllen - so können beispielsweise mehrere Chat-Apps oder Google-Anwendungen für einen schnellen Zugriff platziert werden.
Die App-Übersicht lässt sich vertikal scrollen, am rechten Rand befindet sich ein alphabetischer Schnellzugriff. Im oberen Bereich ist eine Suchleiste eingeblendet, während der Eingabe werden bereits Suchergebnisse angezeigt.
Unkomplizierte Benutzeroberfläche
Wischt der Nutzer nach rechts, ruft er den Kontakte-Bildschirm auf. Auch hier werden kürzlich und häufig angerufene Kontakte angezeigt, am oberen rechten Rand kann zudem direkt die Telefon-App aufgerufen werden. Der Menü-Button daneben bringt die Kontaktdatenbank auf den Schirm.




Neben den angezeigten Kontakten befinden sich kleine Piktogramme, die anzeigen, auf welche Art kommuniziert wurde - also per Telefon, SMS oder E-Mail. Chatprogramme werden nicht angezeigt. Drücken wir auf das entsprechende Piktogramm, wird die Person auf die gleiche Weise wieder kontaktiert. Ein Druck auf den Personennamen blendet auch andere Kontaktmöglichkeiten ein.
Simpel gehaltener Aufgabenbereich
Der Aufgabenbildschirm ist sehr einfach gehalten: Nutzer können lediglich einzelne Einträge hinzufügen, die sich abhaken lassen. Einträge lassen sich nicht in Überschrift und Haupttext gliedern. Die Erinnerungen lassen sich mit einem Alarm verknüpfen. Eine Integration mit Notizdiensten wie etwa Evernote ist zumindest in der aktuellen Betaversion nicht vorhanden.
Die Einstellungen von Arrow erreicht der Nutzer über die ausgezogene App-Leiste des Hauptbildschirms. Viel zu sehen gibt es hier allerdings noch nicht: Der Hintergrund lässt sich ändern, ansonsten gibt es keine Launcher-relevanten Einstellungen.
Fazit
Dem ersten Eindruck nach zu urteilen, ist Arrow ein sehr spartanischer Launcher, der dem Nutzer schnellen Zugriff auf die wichtigsten Apps bietet. Obwohl es keine Homescreens im herkömmlichen Sinn gibt, finden wir den Zugriff auf installierte Apps nicht umständlich: Die häufig verwendeten Apps sowie die selbst konfigurierbare App-Leiste bieten genügend Platz für unsere Lieblingsanwendungen. Dank der Suchfunktion lassen sich auch die übrigen Apps schnell aufrufen.
Die Kontakte-Seite macht das, was sie soll: Kontakte anzeigen. Ansonsten ist sie recht unspektakulär, wie auch die Notizen-Seite. Hier fänden wir es gut, wenn es künftig noch mehr Optionen bezüglich der Art der Notizen sowie eine Verbindung zu vorhandenen Notizdiensten geben würde.
Es bleibt abzuwarten, wohin Microsoft mit seinem Arrow-Launcher will; denkbar ist etwa eine stärkere Einbindung der eigenen Cloud-Services. Vom Gesamtkonzept reiht sich Arrow mit Aviate , Nokias Z Launcher und anderen Launchern in die Reihe der Benutzeroberflächen ein, die dem Nutzer eine vereinfachte, auf die eigene Nutzung zugeschnittene Erfahrung bieten will. Verglichen mit Aviate ist hier aber noch etwas Arbeit nötig.



