Arrow-Lake-S: Intel soll Hyperthreading aufgeben

Ein Kern, zwei Threads – Damit soll laut Leaks bald Schluss sein. Die Prozessoren sollen trotzdem schneller werden, denn HT hat auch Nachteile.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Prozessorkern mit SMT funktioniert logisch wie zwei Kerne. Das Konzept könnte Intel bald aufgeben.
Ein Prozessorkern mit SMT funktioniert logisch wie zwei Kerne. Das Konzept könnte Intel bald aufgeben. (Bild: Intel/KI-Generiert)

Der für gewöhnlich zuverlässige Leaker Yuuki-Ans hat auf X einige Daten zu Intels kommenden Arrow-Lake-CPUs veröffentlicht, kurz darauf jedoch wieder entfernt. Bislang hatte Intels schnellster Desktop-Chip 24 Kerne und 32 Threads, bei Arrow Lake sollen es nur 24 Threads sein. Für Endkunden dürfte das eher Vorteile haben.

Hyperthreading (SMT, Simultaneous Multithreading) ermöglicht es einem CPU-Kern, zwei Threads parallel zu bearbeiten. Dazu sind Registereinheiten doppelt vorhanden, so dass die Ausführungseinheiten (ALU) jederzeit mit Daten versorgt werden können, Leerlauf wird somit verhindert. Das soll bestenfalls rund 20 Prozent zusätzliche Leistung bringen. Schon häufiger wurde berichtet, dass Arrow Lake auf SMT verzichten könnte.

Denn die maximal mögliche Taktfrequenz ist im Vergleich zu Kernen ohne SMT niedriger. Wird die Funktion abgeschaltet, können Intel-CPUs bei gleicher Kernspannung 100 bis 200 MHz schneller arbeiten. Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheit, denn Sicherheitsforschern ist es bereits mehrfach gelungen, auf die Daten eines anderen Threads zuzugreifen.

SMT abschalten gegen Hypervisor-Sicherheitslücken

Spectre und Meltdown im Jahr 2018, Foreshadow (L1TF) ebenfalls im Jahr 2018 und Zombie Load im Jahr 2019 nutzten Lücken in der Sprungvorhersage, spekulativer Ausführung und Side-Channel-Angriffe in SMT, um unberechtigt auf Daten zuzugreifen. Neben Firmware-Patches gab es vor allem einen Workaround, der als Übergangslösung empfohlen wurde: SMT abschalten.

  • Ohne Hyperthreading schafft dieser Core i9 bis zu 5,5 GHz. Mit HT ist bei 5,3 schon Schluss. Für Spiele und einige Anwendungen ist die hohe Taktfrequenz vorteilhaft. (Quelle: Martin Böckmann/Golem.de)
Ohne Hyperthreading schafft dieser Core i9 bis zu 5,5 GHz. Mit HT ist bei 5,3 schon Schluss. Für Spiele und einige Anwendungen ist die hohe Taktfrequenz vorteilhaft. (Quelle: Martin Böckmann/Golem.de)

Für Desktop-CPUs dürfte der Verzicht auf SMT also eher Vorteile bringen. Denn Spiele benötigen ohnehin nur wenige Threads, die dafür aber möglichst schnell sein müssen. Ohne Hyperthreading könnte Intel die Taktfrequenz bei gleicher Leistungsaufnahme steigern, was einen direkten Einfluss auf die Performance einzelner Kerne hat. Die frei gewordene Chipfläche könnte Intel ebenfalls nutzen, um einzelne Threads schneller abzuarbeiten.

Für stark parallelisierte Anwendungen dürfte der Fokus statt auf SMT mehr auf die Effizienz-Kerne verlagert werden, die zudem deutlich schneller sind. Auch darüber hinaus scheint Intel die Single-Thread-Performance als wichtigstes Kriterium zu erachten. Arrow Lake soll offiziell DDR5-6400 unterstützen, Raptor Lake ist offiziell nur für DDR5-5600 ausgelegt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Dumpfbacke 29. Jan 2024 / Themenstart

Würde man es richtig machen, könnte man bestimmen, welche Anwendungen SMT benutzen und...

Labbm 24. Jan 2024 / Themenstart

Genau das, deswegen interessieren mich persönlich die AMD Karten auch kein Stück, egal...

gadthrawn 24. Jan 2024 / Themenstart

Intel hat aber auch noch zwei und vier Kern CPUs... N...

eastcoast_pete 23. Jan 2024 / Themenstart

Eigentlich ist die Anwendung von HT/MT bei den Power Kernen konsequent, wenn (!) das An...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cool White
Weiß angestrichene Dächer kühlen Gebäude effektiv

Ein deutsches Projekt in Ruanda zeigt, dass ein spezieller weißer Anstrich, die Temperaturen in Gebäuden drastisch reduzieren kann.

Cool White: Weiß angestrichene Dächer kühlen Gebäude effektiv
Artikel
  1. Texte mit KI: ChatGPT hat den Verstand verloren
    Texte mit KI  
    "ChatGPT hat den Verstand verloren"

    Ein Bug in ChatGPT schien für besonders schlechte Ausgaben zu sorgen. Das Tool halluzinierte und gab nur noch Kauderwelsch aus.

  2. Spionagevorwurf: Gericht will Assange-Entscheidung im März fällen
    Spionagevorwurf
    Gericht will Assange-Entscheidung im März fällen

    Erst im kommenden Monat will das Londoner Gericht entscheiden, ob Großbritannien Julian Assange an die USA ausliefern darf oder nicht.

  3. Intel Foundry Event: Intel will bis 2030 mit TSMC konkurrieren
    Intel Foundry Event
    Intel will bis 2030 mit TSMC konkurrieren

    Die auf dem IFS-Event vorgelegte Roadmap ist in jeder Hinsicht ambitioniert. Intel will Masse und Klasse gleichzeitig liefern, mit modernsten Fertigungsprozessen, Industry-Firsts und mehreren neuen Fabriken.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • MindStar: MSI RTX 4090 1.889€ • Roccat -58% • Neu: Sony Pulse Elite Headset 149,99€ • Hisense TV-Bestseller 259€ • Thrustmaster -36% • EA-Spiele -74% • PCGH Cyber Week 2024 • Logitech G502 Hero 49,99€ • Samsung Neo QLED TV 65" -50% • PS5 Slim 469€ • PS Portal 220€ [Werbung]
    •  /