Army of the Dead: Tote Pixel schocken Zuschauer mehr als blutrünstige Zombies

Army of the Dead bei Netflix zeigt Zombies und Gewalt. Viele Zuschauer erschrecken jedoch viel mehr wegen toter Pixel auf ihrem Fernseher.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Regisseur und Kameramann Zack Snyder am Set
Regisseur und Kameramann Zack Snyder am Set (Bild: Netflix)

Zack Snyders Army of the Dead ist kein guter oder hier besprechenswerter Film, das sei gleich vorangestellt. Richtig gegruselt hat es mich trotzdem, nämlich als neben den Zombies und Matthias Schweighöfer plötzlich auch noch ein hellweiß leuchtender Fleck im Bild auftauchte.

Inhalt:
  1. Army of the Dead: Tote Pixel schocken Zuschauer mehr als blutrünstige Zombies
  2. Armee der toten Pixel
  3. Unkomplizierte Korrektur dank IMF möglich
  4. Netflix mag es eigentlich sauber

Natürlich war mein erster Gedanke nicht, dass bei einem Blockbuster mit 90 Millionen US-Dollar Produktionskosten ungewollte Löcher im Bild übersehen worden sein könnten. Völlig geschockt gab es für mich erst einmal nur eine logische Erklärung: Der Fehlerpixelfluch hat meinen erst Anfang 2019 gekauften OLED-Fernseher erwischt!

Mal tot, mal lebendig

Die weißen Punkte in Army of the Dead gehören eindeutig zur sehr aufdringlich im Bild hervortretenden, ungünstig platzierten Sorte. Manchmal kleben sie mitten im Gesicht der gerade redenden Hauptfiguren. Immerhin konnte ich schnell Hoffnung schöpfen, was den Zustand meines Fernsehers angeht.

Dass ein weißer Pixel in einer hellen oder farblich abwechslungsreichen Sequenz gar nicht mehr separat erkennbar ist, in dunklen Szenerien dagegen maximal hervorsticht, ist zu erwarten. Wenn in ein und derselben Szene aber nur in manchen Blickwinkeln Pixelfehler vorhanden sind, obwohl Bildhelligkeit und Farbgebung konstant bleiben, kann die Anomalie eigentlich nicht am Bildschirm liegen. Dort wären tote Pixel dauerhaft tot - und nicht mal aktiv und mal nicht.

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Kaum noch auf das filmische Geschehen konzentriert, wunderte ich mich über die Inkonsistenz der bis zu drei Dead Pixel, die meistens ihre feste Position beibehielten, aber nur in ganz bestimmten Kameraeinstellungen überhaupt auftauchten und selten auch mal zu wandern begannen.

Schauspieler digital ausgetauscht, kaputte Pixel aber nicht

All das deutet mehr darauf hin, dass bei Army of the Dead mindestens eine verwendete Kamera Sensorprobleme hatte und das später niemandem mehr in der Korrekturphase aufgefallen ist. Dennoch plagten mich weiterhin Restzweifel.

Den Komiker Chris D'Elia nach schweren Anschuldigungen sexueller Belästigung aus dem Film zu retuschieren und an seiner Stelle nachträglich Kollegin Tig Notaro nahtlos ins Geschehen zu integrieren, ist eine technische Meisterleistung. Eine Produktion, die so etwas auf die Beine stellt, soll den absoluten Routineeingriff, einen einfachen Dead-Pixel-Fix anzuwenden, vollkommen verschlafen haben? Und bei Netflix ist das in der Qualitätssicherung später ebenso niemandem aufgefallen?

Zuschauer dachte, Stifte seiner Kinder seien schuld

Am Erscheinungstag von Army of the Dead dauerte es nicht lange, bis ich bei Reddit auf den ersten User traf, der wegen des Films ebenfalls über sein kaputtes TV-Gerät fluchte. Nachdem ich ihn mit meinem identischen Dead-Pixel-Erlebnis beruhigen konnte, meldeten sich nach und nach immer mehr verwunderte Zuschauer, denen allen ein Stein vom Herzen fiel. Wirklich jeder von ihnen hatte geglaubt, Monitor oder Fernseher seien defekt.

Ein Resetera-Forenuser wollte nach eigenem Bekunden sogar schon seine Kinder zur Verantwortung ziehen, die kurz zuvor wohl Stifte gegen den OLED-Flatscreen geworfen hatten, auf dem er jetzt die weißen Punkte sah.

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Alles nur ein Schabernack oder gar Kunst?

Falls Zack Snyder, der bei Army of the Dead die Kameraarbeit als Director of Photography selber in die Hand genommen hat, genau diese Reaktionen bewusst hervorrufen wollte und sich nun darüber ins Fäustchen lacht, hätte Method-Comedy-Legende Andy Kaufman zu Lebzeiten jetzt sicherlich Beifall geklatscht.

Aber für so einen Witz, über den man am Ende nur selber lachen kann, die Atmosphäre des eigenen Films ruinieren und den Ruf seines Post-Produktionsteams infrage stellen? Das passt so gar nicht zu Snyder, der eigentlich für seine artifiziell hochstilisierte, aber meistens eben leblos glatte Ästhetik bekannt ist.

Wenn er in Werbevideos davon schwärmt, dass modifizierte Canon 50mm f/.0.95-Objektive aus den 1960er Jahren seine Zombiewelt bei weit offener Blende in milchige Unschärfe hüllen, mag ich das Ergebnis stilistisch gar nicht gelungen finden, aber es hat mich wenigstens nicht in Sorge über meinen Fernseher versetzt. Solch eine ästhetische Motivation ist hinter den Fehlerpixeln nie erkennbar.

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Armee der toten Pixel 
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dbneo 07. Jun 2021 / Themenstart

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