Unkomplizierte Korrektur dank IMF möglich

Das erwähnte IMF-System hat sich besonders durch Unterstützung von Netflix als moderner Abgabestandard für Produktionen an Streaming-Anbieter durchgesetzt. Nicht nur wegen effizienterer Handhabungen zahlreicher lokalisierter Fassungen ein und desselben Projekts, sondern gerade auch weil spät bemerkte Probleme wie Dead Pixel damit kurzfristig einfacher zu beheben sind.

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Man kann sich dieses Metadaten-basierte Baukastensystem wie einen Ordner voller Medien- und Index-Dateien vorstellen, der sich wie ein Film abspielen lässt. Was dabei in welcher Kombination und Reihenfolge ausgespielt wird, geben beigefügte Playlists vor. So können auf Basis desselben Grundmaterials platz- und zeitsparend unterschiedliche Varianten generiert und eben auch unkompliziert Nachbesserungen vorgenommen werden.

Szenen und sogar Einzelbilder lassen sich bis kurz vor Schluss individuell korrigieren, ohne ganze Film-Master komplett neu anfordern, rendern und versenden zu müssen. Es reicht, fehlerhafte Stellen in verbesserter Version als Videodatei dem schon vorhandenen Paket hinzuzufügen und alle relevanten Playlists des IMFs um entsprechende Informationen zu ergänzen, an welchen Zeitpunkten im Film die ausgebügelten Clips anstatt des vorher dort zu sehenden Materials auf der Bildspur abgespielt werden sollen. Netflix müsste sich anschließend nur noch den Aufwand machen, seine Stream-Dateien anhand des aktualisierten IMFs neu zu rendern und hochzuladen.

  • Zwei tote Pixel auf neutralem Hintergrund (Foto: Golem.de/Film: Army of the Dead - Netflix)
  • Ein Dead Pixel zeigt sich von Zombie und Mündungsfeuer unbeeindruckt. (Foto: Golem.de/Film: Army of the Dead - Netflix)
  • Die Fehlerpixel dieser Galerie sind in Vollbildbetrachtung am deutlichsten erkennbar. (Foto: Golem.de/Film: Army of the Dead - Netflix)
  • Gruselt Matthias Schweighöfer sich hier vor dem toten Pixel auf seiner Wange? (Foto: Golem.de/Film: Army of the Dead - Netflix)
Ein Dead Pixel zeigt sich von Zombie und Mündungsfeuer unbeeindruckt. (Foto: Golem.de/Film: Army of the Dead - Netflix)

Dead Pixel bereinigen ist bei Filmproduktionen Alltag

Die Fehlerpixelkorrektur an sich ist ebenfalls längst kein Hexenwerk mehr. Gängige Anwendungen wie Photoshop und Davinci Resolve können derlei Bildunebenheiten mit einer Mischung aus Klon- und Blur-Werkzeug effektiv verschwinden lassen. In der Videoredaktion von Golem.de haben wir den roten Hot Pixel einer älteren Canon 5D Mark II jahrelang in Final Cut Pro X mit dem Plugin DH_ReincarnationX von Digital Heaven unsichtbar gemacht. Einmal per Mausklick auf dem fehlerhaften Punkt positioniert, konnten wir die Einstellungen des Tools zeitsparend auf alle unsere Videoaufnahmen mit identischer Auflösung kopieren, da Pixelfehler ihre Position auf dem Sensor konstant beibehalten.

Schwieriger wird es, wenn softwareseitige Bildstabilisatoren ungleichmäßiges Kamerawackeln ausbügeln, indem sie dynamisch ins Bild hinein- und herauszoomen. Oder eben ein 8K-Aufnahmebild nicht einfach nur herunterskaliert, sondern darin nachträglich ein 4K-Teilausschnitt als Sichtfenster für die Zuschauer bestimmt wurde. Wann immer tote Pixel in Videomaterial umherzuspringen beziehungsweise zu wandern scheinen, sind sie eigentlich stets an derselben Position, jedoch wurde der sichtbare Bildausschnitt digital bewegt oder skaliert.

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Im Profisegment werden algorithmische Lösungen selbst damit noch fertig, indem sie umliegende Pixel Bild für Bild analysieren und die Lücke dazwischen perfekt auffüllen. Oder die Korrekturmaßnahmen werden schon angewendet, bevor perspektivische Veränderungen zum Tragen kommen. Peanuts für einen Film, der einen lebhaft animierten Zombie-Tiger komplett aus dem Computer mit realen Kulissen und Schauspielern interagieren lässt. Sollte man meinen.

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 Armee der toten PixelNetflix mag es eigentlich sauber 
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