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Spring-Boy bekommt eins auf die Glocke.
Spring-Boy bekommt eins auf die Glocke. (Bild: Nintendo)

Arms angespielt: Besser boxen ohne echte Arme

Spring-Boy bekommt eins auf die Glocke.
Spring-Boy bekommt eins auf die Glocke. (Bild: Nintendo)

Ist Arms nur eine kindische Boxorgie mit Bewegungssteuerung oder ein komplexes Prügelspiel? Wir teilen in unserer Vorschau kräftig aus und geben erste Antworten.
Von Michael Wieczorek

Wie wäre ein Boxkampf ohne Verletzungen sicher im eigenen Wohnzimmer umsetzbar? Natürlich, indem sich die Gegner nicht direkt gegenüberstehen, sondern im sicheren Abstand voneinander linke und rechte Haken austeilen. Genau das passiert in Nintendos kommendem Bewegungsspiel Arms für die Nintendo Switch.

Damit die Athleten in Arms auch auf Entfernung austeilen können, haben sie anstatt realer Arme eine Sprungfeder an den Schultergelenken. So können sie ihre Schläge quer durch die Arena katapultieren.

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Visuell wirken die Kämpfe in Arms auf den ersten Blick überladen und konfus. Erst wer sich zumindest 10 Minuten Zeit nimmt, das Tutorial beendet und einen Kampf lang planlos in die Luft schlägt, beginnt den Tiefgang des Prügelspiels zu verinnerlichen.

Spieler können nämlich nicht nur separat schlagen, sondern auch blocken, oder die Schläge anschneiden. Dann fliegen sie wie ein angeschnittener Tischtennisball in einer Kurve auf den Gegner zu. Das ist in manchen Arenen äußerst wichtig, da Säulen den direkten Weg ins Gesicht verdecken könnten. Nintendo hat zudem zerstörbare Arenen angekündigt. Von denen war in der Demo aber noch nichts zu sehen.

Tänzeln wie Muhammad Ali

Weiterhin wichtig ist, dass Spieler in Bewegung bleiben. Wer auf der Stelle tritt oder sich in eine Ecke treiben lässt, ist leichte Beute. Durch das gleichzeitige Neigen der Bewegungscontroller in eine Richtung bewegt sich der Charakter dorthin. Außerdem gibt es noch Sprünge, einen Spezialschlag und Griffe, die jeweils mit einem Knopfdruck ausgelöst werden. Das Ganze erinnert stark an Segas Spielhallenklassiker Virtual On, das mit zwei Joysticks bedient wurde.

Wir haben Arms mit je einem Joy-Con in den Händen gespielt. Die neuen Bewegungscontroller für die Switch werden dabei merkwürdig gehalten: Die flache Rückseite der Controller zeigt nach außen statt zum TV, und die Analogsticks nach innen statt zum Spieler. Dadurch liegen auch die Daumen oben auf den Schultertasten.

Das klingt am Ende komplizierter als es ist und hat beim Anspielen tadellos funktioniert. Anders als beispielsweise bei den Wii-Fernbedienungen haben wir nicht eine Fehleingabe bemerkt. Die Joy-Con erfassen Bewegungen sehr präzise.

Wichtige Wahl der Boxhandschuhe

Der linke und rechte Arm kann mit unterschiedlichen Boxhandschuhen erweitert werden. Der Boomerang-Boxhandschuh ermöglicht es zum Beispiel, um den Gegner herum zu schlagen, ihn aber auf dem Weg zurück von hinten zu erwischen und besonders viel Schaden anzurichten. Eine effiziente Kombination erstellten wir mit einem sehr schnellen Boxhandschuh in der linken und einem speziell schweren und langsamen Boxhandschuh in der rechten Hand.

Nintendo hätte es sich vermutlich leichter machen und Arms auch im Punch-Out-Universum ansiedeln können. Die Japaner lassen die altbewährte Marke aber ruhen und haben stattdessen wie bei Splatoon neue Charaktere und Designs geschaffen.

Charaktere wie Master Mummy oder Ribbon Girl haben individuelle Spezialmanöver und Würfe. Auch die Geschwindigkeit, in der sie sich bewegen oder die Stärke mit der sie zuschlagen, unterscheidet sich.

  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
  • Arms (Bild: Nintendo)
Arms (Bild: Nintendo)

Obwohl Arms eindeutig für die Joy-Con entwickelt wurde, wird es auch mit dem Pro Controller steuerbar sein. Ob dann der Analogstick oder Gyro-Sensor für die Charakterbewegung genutzt wird, ist noch nicht bekannt. Klar ist schon, dass die Schläge und Griffe über einen Knopfdruck ausgelöst werden können.

Arms soll 2017 für die Nintendo Switch erscheinen. Für Onlinekämpfe wird Nintendos kostenpflichtiges Onlineabo vorausgesetzt. An einer Switch kann im Splitscreen gespielt werden. Es ist außerdem möglich, zwei Switch-Konsolen lokal über das Netzwerk zu verbinden. Dann hat jeder Spieler einen eigenen Bildschirm.

Fazit

Wir fanden Arms nach den ersten zwei Kämpfen derart motivierend, dass wir es länger als alle anderen Spiele (Zelda!) auf dem Switch-Event gespielt haben. Die Charaktere erinnern in ihrem Design an Overwatch und gewinnen keinen Originalitätspreis. Dafür lernt man sie schnell kennen und schätzen.

Die Steuerung mit den Joy-Con-Bewegungscontrollern macht sehr viel Spaß und ist präzise. Dadurch lassen sich schnell komplexe Strategien mit den verschiedenen Boxhandschuhen effizient umsetzen.

Hoffentlich schafft es Nintendo, mit genügend Handschuhen und vor allem abwechslungsreichen Arenen im finalen Spiel für Langzeitmotivation zu sorgen. Dann hat Arms das Zeug, ein ähnlicher Überraschungshit wie Splatoon zu werden.


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NMN 21. Jan 2017

Mit dem 1/2 Controller kann man mit Sicherheit nicht ernsthaft länger als 5 Minuten...

nolonar 19. Jan 2017

Nice. Ich hatte schon Angst jeder Spieler bräuchte entweder eine eigene Switch, oder...



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