Abo
  • Services:

ARM Trustzone: Google bescheinigt Android Vertrauensprobleme

Die Umsetzung von ARMs Trustzone in den meisten Qualcomm- und in fast allen Exynos-Chips ist extrem mangelhaft und teilweise unrettbar kaputt, schreibt ein Google-Forscher. Angreifer können darüber die Android-Verschlüsselung knacken, biometrische Daten stehlen oder Vollzugriff auf das Gerät erlangen.

Artikel veröffentlicht am ,
Auch der offene Bootloader in Geräten wie Googles Pixel erschwert die Revocation von Trustlets.
Auch der offene Bootloader in Geräten wie Googles Pixel erschwert die Revocation von Trustlets. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

In einer Art Grundlagenartikel beschreibt Sicherheitsforscher Gal Beniamini, der für Googles Project Zero arbeitet, fundamentale Designprobleme mit den derzeit auf Android-Geräten eingesetzten Trusted Execution Environments (TEE). Diese speziellen Sicherheitsbereiche sollen eigentlich Daten wie kryptografische Schlüssel schützen. Die grundlegenden Probleme damit, die Beniamini aufführt, lassen sich derzeit aber oft nicht beheben.

Stellenmarkt
  1. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau
  2. TeamViewer GmbH, Göppingen

Laut Beniamini betrifft das die meisten Qualcomm-Chips sowie die Exynos-Chips von Samsung - mit Ausnahme derjenigen in den Geräten Galaxy S8 und S8 Plus. Deshalb ist wohl der größte Teil aller Android-Geräte von den unlösbaren Problemen betroffen. Samsung setzt für die TEE-Implementierung auf Kinibi von Trustonic, Qualcomm setzt hingegen seine eigene Implementierung um: Qualcomms Secure Execution Environment (QSEE). Beide eint, dass diese auf der ARM-Hardware-Technik Trustzone aufbauen.

Kaputt statt sicher

Trustzone und TEE sorgen für eine Trennung der Software auf dem Smartphone in einen normalen Bereich, in dem das übliche Android von Google läuft, sowie einen sicheren Bereich, der die TEE umfasst. Die TEE ist hierbei ein eigenes Betriebssystem mit speziellen Zugriffsrechten auf die Hardware sowie eigenen modularen Anwendungen, sogenannten Trustlets.

Beniamini hat bereits mehrfach nachgewiesen, dass der Code dieser Trustlets selbst nicht ganz sicher ist. So gelang es dem Forscher über Angriffe darauf, bereits die Android-Geräteverschlüsselung zu knacken oder auch das DRM-System Widevine. Nun schreibt der Forscher erneut, dass die TEE-Systeme nicht nur möglicherweise sehr viele Fehler haben, sondern dass sie je nach Implementierung auch auf weitverbreitete Sicherheitskonzepte wie ASLR, Stack-Cookies oder Guard Pages verzichten .

Vertrauen entziehen ist nicht leicht

Aus seiner Erfahrung schließt Beniamini: "Die Kompromittierung von TEEs auf Android scheint eine relativ einfache Aufgabe zu sein". Und wegen der fehlenden Techniken zum Erschweren von Angriffen glaubt er, "dass die Hürde für die Ausnutzbarkeit von Schwachstellen, die einmal gefunden wurden, eher gering ist". Über weitergehende Angriffsszenarien würden damit nicht nur die TEEs selbst kompromittiert, sondern eventuell auch das gesamte Gerät, so Beniamini.

Die Hersteller können zwar Patches für verwundbaren Code verteilen, um mögliche Lücken zu schließen. Nutzer und Angreifer werden auf Android-Systemen offenbar aber durch nichts grundsätzlich davon abgehalten, alte und verwundbare Trustlets aus alten Firmware-Dateien wieder einzuspielen. Und dieses grundlegende Problem hält Beniamini derzeit für nicht lösbar.

Zwar gebe es Möglichkeiten, das Vertrauen für die alten und verwundbaren Trustlets zurückzuziehen und nur aktuelle, gepatchte Trustlets zur Ausführungen zuzulassen. Dieses Revocation genannte Prinzip sei unter Android derzeit aber wenig praktikabel und werde von vielen Geräteherstellern auch schlicht überhaupt nicht genutzt.

"Solange dies der Fall bleibt, werden Mängel in TEEs so viel wertvoller für Angreifer sein, da Schwachstellen, die einmal gefunden wurden, die TEE des Gerätes für immer kompromittieren", fasst Beniamini die ausweglose Lage zusammen. "Wir hoffen, dass wir durch die Sensibilisierung für dieses Thema dazu beitragen werden, dass in Zukunft sicherere Designs erstellt werden". Nutzern aktuell verfügbarer Android-Geräte hilft das jedoch nicht.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 44,98€ + USK-18-Versand
  3. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  4. ab 69,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.10.)

Floyd42 01. Aug 2017

Sicher - Einfach - Billig. Such dir zwei raus, das dritte bekommst du halt dann leider...

Floyd42 01. Aug 2017

Der Golem-Artikel is recht allgemein gehalten und wirft alles in einen Topf. In den...

tunnelblick 27. Jul 2017

so wenig text, zitate aus dem zusammenhang reissen, "wiedersprechen", trotzdem 3x...

Trollversteher 27. Jul 2017

Die Kalifornier aus Cupertino haben mit Abstand das ausgefeilteste und best...

DY 26. Jul 2017

war nur rhetorisch gemeint. Ich kenne Euch doch ;-)


Folgen Sie uns
       


Analyse zum Apple-Event - Golem.de live

Die Golem.de-Redakteure Tobias Költzsch und Michael Wieczorek besprechen die drei neuen iPhones und die Neuerungen bei der Apple Watch 4.

Analyse zum Apple-Event - Golem.de live Video aufrufen
Pixel 3 XL im Test: Algorithmen können nicht alles
Pixel 3 XL im Test
Algorithmen können nicht alles

Google setzt beim Pixel 3 XL alles auf die Kamera, die dank neuer Algorithmen nicht nur automatisch blinzlerfreie Bilder ermitteln, sondern auch einen besonders scharfen Digitalzoom haben soll. Im Test haben wir allerdings festgestellt, dass auch die beste Software keine Dual- oder Dreifachkamera ersetzen kann.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Dragonfly Google schweigt zu China-Plänen
  2. Nach Milliardenstrafe Google will Android-Verträge offenbar anpassen
  3. Google Android Studio 3.2 unterstützt Android 9 und App Bundles

Apple Watch im Test: Auch ohne EKG die beste Smartwatch
Apple Watch im Test
Auch ohne EKG die beste Smartwatch

Apples vierte Watch verändert das Display-Design leicht - zum Wohle des Nutzers. Die Uhr bietet immer noch mit die beste Smartwatch-Erfahrung, auch wenn eine der neuen Funktionen in Deutschland noch nicht funktioniert.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Skydio R1 Apple Watch zur Drohnensteuerung verwendet
  2. Smartwatch Apple Watch Series 4 mit EKG und Sturzerkennung
  3. Smartwatch Apple Watch Series 4 nur mit sechs Modellen

Probefahrt mit Tesla Model 3: Wie auf Schienen übers Golden Gate
Probefahrt mit Tesla Model 3
Wie auf Schienen übers Golden Gate

Die Produktion des Tesla Model 3 für den europäischen Markt wird gerade vorbereitet. Golem.de hat einen Tag in und um San Francisco getestet, was Käufer von dem Elektroauto erwarten können.
Ein Erfahrungsbericht von Friedhelm Greis

  1. 1.000 Autos pro Tag Tesla baut das hunderttausendste Model 3
  2. Goodwood Festival of Speed Tesla bringt Model 3 erstmals offiziell nach Europa
  3. Elektroauto Produktionsziel des Tesla Model 3 erreicht

    •  /