ARM-SoC-Hersteller: Qualcomm darf NXP übernehmen

Die EU-Wettbewerbshüter haben der Übernahme von NXP durch Qualcomm zugestimmt. Auflagen gibt es hierbei nur für Funktechniken. Zu den eigentlichen Produkten, den kompletten ARM-SoCs, gibt es aber noch keine Aussagen.

Artikel veröffentlicht am ,
Qualcomm besitzt künftig auch die Mifare-Technik.
Qualcomm besitzt künftig auch die Mifare-Technik. (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Seit Herbst 2016 versucht der Chiphersteller Qualcomm mit NXP die ehemalige Philips-Halbleitersparte zu übernehmen. Nach einer Prüfung der EU-Wettbewerbshüter ist die Übernahme nun mit Auflagen genehmigt worden, wie die EU-Kommission mitteilt.

Stellenmarkt
  1. C/C++ Elektrotechniker / Informatiker als Softwaretester (m|w|d)
    SALT AND PEPPER Technology GmbH & Co. KG, Osnabrück
  2. Expertinnen bzw. Experten Qualitätssicherung in der Softwareentwicklung (w/m/d)
    Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
Detailsuche

Wie daraus hervorgeht, konzentrieren sich die Entscheidung sowie die damit verbundenen Auflagen hauptsächlich auf Drahtlos- und Mobilfunktechnik sowie die dafür von den Unternehmen gehaltenen Immaterialgüterrechte wie etwa an Patenten. Das betrifft im Fall von Qualcomm vor allem die Mobilfunktechnik sowie WLAN und bei NXP Chips zur Near-Field Communication (NFC) und sogenannte Secure Element (SE) Chips.

NXP-Chips kommen etwa als Mifare oder SmartNX in zahlreichen Zugangssystemen zum Einsatz und werden vom modernen Nahverkehr als Fahrausweis in Form einer Karte eingesetzt. Auch Personalausweise setzen auf NXP-Technik. Das Unternehmen ist auch stark im NFC-Markt vertreten und ermöglicht in Smartphones drahtlosen Zahlungsverkehr.

Qualcomm kennen die meisten Nutzer und Kunden wohl vor allem durch die Snapdragon genannten SoCs, die in vielen Android-Smartphones genutzt werden. Darüber hinaus nutzt etwa Apple Qualcomms Mobilfunkchips in seinen iPhones. Wegen eines schon länger bestehenden Streits zwischen Apple und Qualcomm könnte sich dies in Zukunft aber ändern.

Auflagen für NFC- und Mifare-Lizenzen

Golem Akademie
  1. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    14.–16. März 2022, Virtuell
  2. Jira für Systemadministratoren: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24.–25. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Um mögliche Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern, hat sich Qualcomm verpflichtet, die Mifare-Technik für die kommenden acht Jahre inklusive der Markenrechte unter aktuellen Konditionen weiter zu lizenzieren. Darüber hinaus muss das Unternehmen ebenfalls für acht Jahre die aktuelle Unterstützung zur Interoperabilität auch nach der Übernahme für den Mobilfunk, NFC und die SE-Chips gewährleisten.

Qualcomm wird außerdem die essentiellen Standardpatente für NFC nicht von NXP übernehmen und auch auf einen Teil der Nicht-Standardpatente verzichten. Die sollen an einen unabhängigen Dritten veräußert werden, der die Patente drei Jahre lang lizenzkostenfrei anbieten muss. Diejenigen Patente, die Qualcomm aus dem NXP-Portfolio übernehmen will, dürfen nicht für Klagen gegen Konkurrenten genutzt werden und müssen ebenfalls lizenzkostenfrei angeboten werden, solange Qualcomm die Patente selber hält.

Qualcomm holt sich Konkurrenz in Haus

Anfang 2015 hatte NXP selbst seinen US-Konkurrenten Freescale übernommen und damit auch deren SoC-Sparte mit der i.MX-Chipfamilie. Letztere sind bisher vor allem in der Embedded-Entwicklung sehr beliebt, was auch an der guten Linux-Unterstützung liegen dürfte. Die kommende achte Generation von i.MX soll zusätzlich dazu für Smartphones genutzt werden. Eingesetzt werden sollen diese Chips aber vor allem auch im Automative-Bereich.

In diesen beiden Bereichen verfügt Qualcomm mit seinen Snapdragon-SoCs und davon abgeleiteten Produkten aber ebenfalls über entsprechende Angebote für die Industrie. Inwiefern Qualcomm aber ein Interesse daran hat, diese Konkurrenz im eigenen Konzern aufrechtzuerhalten, bleibt abzuwarten. Mögliche Auflagen zu diesen Bereichen listet die aktuelle Entscheidung der EU-Kommission jedoch nicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bundesservice Telekommunikation  
Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?

Die IT-Sicherheitsexpertin Lilith Wittmann hat eine dubiose Bundesbehörde ohne Budget entdeckt. Reicht das für einen Wikipedia-Artikel?

Bundesservice Telekommunikation: Ist eine scheinexistente Behörde für Wikipedia relevant?
Artikel
  1. Elektroauto: VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar
    Elektroauto
    VW e-Up ab Mitte Februar wieder bestellbar

    Der e-Up gehörte 2021 zu den meistgekauften Elektroautos. Nun will VW den Kleinwagen wieder verfügbar machen.

  2. Bitcoin, Ethereum: Was steuerlich bei Kryptowährungen gilt
    Bitcoin, Ethereum
    Was steuerlich bei Kryptowährungen gilt

    Kryptowährungen wie Bitcoin sind unter Anlegern beliebt - doch wie muss man die Gewinne eigentlich versteuern?

  3. Neues Geschäftsmodell: Luca-App plant flexible Abos und will Preise senken
    Neues Geschäftsmodell
    Luca-App plant flexible Abos und will Preise senken

    Angesichts drohender Kündigungen will die Luca-App den Bundesländern entgegenkommen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Bosch Professional zu Bestpreisen • WSV bei MediaMarkt • Asus Vivobook Flip 14" 8GB 512GB SSD 567€ • Philips OLED 65" Ambilight 1.699€ • RX 6900 16GB 1.489€ • Samsung QLED-TVs günstiger • Asus Gaming-Notebook 17“ R9 RTX3060 1.599€ • Seagate 20TB SATA HDD [Werbung]
    •  /