ARM-Server-CPU: AMD und Intel haben ein Problem namens Vera
Das Linux-Portal Phoronix hatte die Gelegenheit, bei Nvidia ein Vorserienmodell der Vera-CPU zu testen(öffnet im neuen Fenster). Die ist Teil der kommenden Vera-Rubin-Plattform, Nvidia wird aber ab dem zweiten Halbjahr 2026 auch reine CPU-Server verkaufen. Bei der Auswahl der Benchmarks machte Nvidia Vorgaben, einige Softwarekomponenten waren zudem noch nicht final. Die Ergebnisse zeigen aber ein eindrucksvolles Bild – AMD und Intel sollten sich definitiv Sorgen machen.
Nvidias CPU mit 88 selbst entwickelten Olympus-Kernen mit SMT (Simultaneous Multithreading, g+) liegt in den meisten Tests gleichauf mit AMDs Epyc 9005 oder überholt diese. Intels Xeon 6980P (Xeon 6 alias Granite Rapids) hängt die Nvidia-CPU fast durchgängig ab. Die AMD- und Intel-Modelle haben dabei teils deutlich mehr Kerne sowie eine höhere TDP. Letztere soll bei der Vera-CPU bei 450 W liegen, Daten zur Leistungsaufnahme durfte Phoronix allerdings nicht erheben.
Markant ist auch der Vorsprung zur Grace-CPU mit Neoverse-V2-Kernen. Die bietet Nvidia ebenfalls seit einiger Zeit als eigenständige Variante an. Vera verdoppelt deren Leistung in einigen Benchmarks. In den meisten Fällen ist der Abstand kleiner, aber dennoch beachtlich. Getestet wurden in erster Linie klassische Server-Lasten wie Java-Anwendungen, das Kompilieren von Programmen oder Python – schließlich soll Vera etwa KI-Agenten ausführen.
Die ARM-Konkurrenz ist nicht mehr zu ignorieren
Michael Larabel von Phoronix fasst seine Ergebnisse knapp zusammen: Vera sei die wettbewerbssfähigste ARM64-CPU, die er bislang gesehen habe. Neben den Prozessoren von Ampere Computing testete er auch bereits Eigenentwicklungen von Hyperscalern wie AWS Graviton(öffnet im neuen Fenster).
Die Olympus-Kerne glänzen besonders bei der Leistung pro Kern, was am breiten Frontend liegt (Hintergrund, g+). Bereits im März 2026 ließ Nvidia durchblicken(öffnet im neuen Fenster), dass jeder Kern zehn Befehle pro Takt decodieren kann. Zusammen mit der immensen Speicherbandbreite der acht LPDDR5X-Controller von 1,2 TByte/s ergibt dies ein leistungsfähiges Gesamtpaket. Umso spannender werden die kommenden Epyc- und Xeon-Generationen Venice und Diamond Rapids.
Ein von Phoronix gezeigter Screenshot zeigt noch einige Details der Vera-CPU: So verfügt jeder Kern über 64 kByte L1i-, 96 kByte L1d- sowie einen 2 MByte großen L2-Cache. Der geteilte L3-Cache fasst 164 MByte – deutlich weniger als Granite Rapids und die Epyc 9005. Der Maximaltakt scheint bei 3,5 GHz zu liegen, allerdings waren Boost-Takte beim Vorserienmodell deaktiviert. Die CPU nutzt den Befehlssatz ARMv9.2 mit Version 2 der Scalable Vector Extension (SVE). Unterstützt werden eine Reihe von 8-Bit-Gleitkommaformaten (FP8), die CPU kann somit ebenfalls KI-Modelle verarbeiten.
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