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ARM Flexible Access: Wissenschaftler können ARMs IP kostenlos nutzen

Die Konkurrenz durch RISC-V zeigt Wirkung: ARM öffnet seinen ARM Flexible Access für Universitäten, was bedeutet, dass Forscher kostenlos Zugriff auf unter anderem CPU- und Grafikkerne der Briten haben.
/ Marc Sauter
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ARM-Headquarter im englischen Cambridge (Bild: ARM)
ARM-Headquarter im englischen Cambridge Bild: ARM

ARM hat eine Erweiterung seines ARM Flexible Access(öffnet im neuen Fenster) genannten Programms angekündigt, weshalb Forschungseinrichtungen kostenlos beispielsweise CPU-Kerne oder Interconnects entwerfen können. Erst wenn ein kommerzieller Einsatz intern oder extern umgesetzt wird, sind Lizenzzahlungen an ARM fällig.

Der britische Hersteller baut selbst keine System-on-a-Chips auf Basis seines geistigen Eigentums (Intellectual Property), verkauft aber Lizenzen für seine ARM-Architektur, für darauf basierende CPU-Kerne sowie für weitere IP wie Interconnects, Grafikeinheiten, Speicher- oder Display-Controller. ARM unterscheidet inklusive des ARM Flexible Access drei verschiedene Lizenzmodelle.

So können Partner eine grundsätzliche ARM-v8-Lizenz erhalten und eigene CPU-Kerne damit entwickeln, wie es beispielsweise Apple, Cavium oder Qualcomm machen. Alternativ wird eine bestimmte IP lizenziert, also ein bestimmter Cortex- oder ein Mali-Kern oder ein Interconnect. In diesem Rahmen ist noch eine Anpassung des Designs möglich, das nennt sich dann Build on ARM Cortex und wird etwa von Qualcomm für die Kryo-CPU-Cores genutzt. Neben den Lizenzeinnahmen erhält ARM zudem Tantiemen für verbaute Chips.

Der ARM Flexible Access(öffnet im neuen Fenster) existiert als Bindeglied(öffnet im neuen Fenster) zwischen Design Start und Standard Licensing seit Juli 2019, wobei ARM zwischen Entry und Standard unterscheidet (siehe PDF(öffnet im neuen Fenster) ): Ersteres kostet 75.000 US-Dollar pro Jahr und gestattet ein Chip-Tapeout, bei Letzterem sind für 200.000 US-Dollar beliebig viele erlaubt und es gibt die fünffache Menge an Online-Training-Sitzungen. Anders als beim Standard Licensing sind bei ARM Flexible Access erst Lizenzkosten fällig, wenn ein SoC entwickelt wurde und nicht schon nach der IP-Auswahl.

Bei ARM Flexible Access for Research gibt ARM die notwendige Software samt Unterstützung kostenlos heraus, wenngleich es Ähnliches bereits mit Design Start für Cortex-M0 und Cortex-M3 gab. Mit ARM Flexible Access steht aber deutlich leistungsfähigere IP bereit, unter anderem bis hoch zum Cortex-A53 und der Mali-G52 sowie physikalische IP für den 22ULL(öffnet im neuen Fenster) -Fertigungsprozess von TSMC. Nur wer Highend-Designs wie den Cortex-A77 einsetzen will, muss vorab zahlen.


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