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ARM-Eigner: Softbank steigt bei Intel ein und wirbt Amazons KI-Chef ab

ARM macht Ernst mit KI -Hardware – Amazons leitender Hardware-Entwickler wechselt zum CPU-Entwickler. Der bekommt eine engere Bindung zu Intel .
/ Johannes Hiltscher
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Könnten bald beide Intel-Aktionäre sein: Donald Trump und Softbank-CEO Masayoshi Son. (Bild: Joyce N. Boghosian, The White House)
Könnten bald beide Intel-Aktionäre sein: Donald Trump und Softbank-CEO Masayoshi Son. Bild: Joyce N. Boghosian, The White House / CC0 1.0

Es ist eine Nachricht, die Intel in der aktuellen Krise guttut: Die japanische Softbank Group hat angekündigt, für 2 Milliarden US-Dollar Intel-Aktien kaufen zu wollen. Das gaben die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung(öffnet im neuen Fenster) bekannt. Pro Anteilsschein will das Investmentunternehmen 23 US-Dollar zahlen, die Aktie notiert aktuell auch dank eines möglichen Einstiegs der US-Regierung etwas höher.

Softbank wird mit dem geplanten Investment rund 2 Prozent der Aktien übernehmen und könnte der fünfgrößte Investor werden. Hintergrund der Investition sind Softbanks Bestrebungen, eigene KI-Hardware zu entwickeln . Bei diesen Plänen spielt ARM, Softbanks bekanntestes Investment, eine große Rolle: Das Unternehmen soll laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) Rami Sinno von Amazons Annapurna Labs abgeworben haben.

Als Director of Engineering leitete Sinno die Entwicklung der AWS-KI-Beschleuniger Trainium und Inferentia. Er kehrt damit nach über sechs Jahren zu seinem ehemaligen Arbeitgeber zurück. Mit Meta soll es bereits einen Interessenten für ARMs KI-Hardware geben, auch die Fertigung eigener CPUs oder Chiplets steht seit längerem im Raum. Damit will ARM mehr verdienen als mit dem aktuellen Lizenzmodell.

Vertrauensbeweis in Intels High-End-Fertigung

In der gemeinsamen Pressemitteilung spricht Softbank-CEO Masayoshi Son Intel explizit sein Vertrauen aus: "Für mehr als 50 Jahre war Intel ein zuverlässiger Innovationstreiber. Diese strategische Investition spiegelt unsere Überzeugung wider, dass moderne Halbleiterfertigung in den USA weiter wachsen und Intel dabei eine bedeutende Rolle spielen wird."

Nach vielen Berichten über Probleme mit Intels aktuellen und kommenden High-End-Fertigungsprozessen ist das ein großer Vertrauensvorschuss: Bei Softbank ist man überzeugt, dass Intel den 18A-Prozess im Griff hat und langfristig mit TSMC und Samsung konkurrieren kann. Vor einem Jahr soll das noch anders ausgesehen haben . Angesichts steigender Wafer-Preise bei Hauptkonkurrent TSMC will sich Softbank für seine KI-Ambitionen wohl möglichst viele Optionen offen halten.


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