ARM-CEO Rene Haas: "Wir wollen, dass Partner unsere CPU-Kerne nutzen"

Wer ARM-Prozessoren entwickelt, hat die Wahl zwischen einer Lizenz für die ISA an sich oder aber für fertige Cores der Cortex/Neoverse-Serie.

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ARM-CEO Rene Haas
ARM-CEO Rene Haas (Bild: Sam Yeh, Getty Images)

Auf dem ARM Client Tech Day hat CEO Rene Haas einen klaren Standpunkt vertreten, was das Lizenzierungsmodell anbelangt: "Wir wollen, dass Partner unsere CPU-Kerne nutzen", sagte er. Hintergrund war die Frage, wie ARM zu Eigenentwicklungen im Server-Segment steht, wie sie etwa Ampere mit dem Siryn plant.

Die CPU-Kerne dieses Prozessors basieren anders als bei den aktuellen Altra- und Altra-Max-Chips nicht auf einem Neoverse-Design von ARM, sondern wurden von Ampere selbst entworfen. Neoverse umfasst diverse Cores wie N2 oder V1, die ähnlich wie die Cortex-Modelle für Smartphones lizenziert werden können. Die Alternative ist eine ISA-Lizenz (Befehlssatzarchitektur), um damit eine eigene Microarchitektur und darauf basierend CPU-Kerne zu entwickeln.

Im Smartphone- und Laptop-Segment ist Apple der bekannteste ARM-Parner mit einem solchen Vorgehen, wobei die A- und die M-Chips ebenso leistungsstark wie effizient sind. Auch Qualcomm und Samsung hatten einst eigene Microarchitekturen wie Krait respektive Mongoose, diese wurden aber nach einigen Generationen zugunsten von ARMs Cortex-Kernen eingestellt.

Eine Frage der Vergütung

Qualcomm versuchte sich einst mit den Falkor-Cores an einer Microarchitektur für die Centriq genannten Server-CPUs, das Projekt blieb aber erfolglos. Das vom ehemaligen Apple-Chef-CPU-Architekt Gerard Williams III gegründete Start-up Nuvia entwickelte ebenfalls einen Kernel für Server, wurde aber zwischenzeitlich von Qualcomm gekauft, die auf diese Weise wieder eigene Cores verwenden wollen.

ARM verdient Geld auf zwei Arten: Einmal mit Einnahmen, die pro verkauftem Gerät mit ARM-Chip anfallen und einmal mit Lizenzzahlungen, welche fällig werden, um Zugriff auf CPU-/GPU-Kerne zu erhalten oder sie auf Basis der ARM-Befehlssatzarchitektur zu entwickeln. Ob es für ARM profitabler ist, Cores oder ISA-Lizenzen zu verkaufen, ist ein Betriebsgeheimnis.

Rein vom Verhältnis her war zumindest 2021 der Umsatz mit den Einnahmen pro Gerät höher als der mit Lizenzen: Erstere betrugen 1,536 Milliarden US-Dollar und letztere machten 1,129 Milliarden US-Dollar aus. Insgesamt wurden ARM zufolge knapp 30 Milliarden Chips mit ARM-Technik ausgeliefert, der Umsatz stieg um 35 Prozent verglichen zum Vorjahr.

Wer eigene Kerne und somit Chips rein auf Grundlage einer ISA entwickeln will, kann statt für diese Geld an ARM zu zahlen prinzipiell auch kostenlos RISC-V nutzen. Bisher gibt es aber keine Microarchitekturen, welche eine vergleichbare Spitzenleistung erreichen. Der P650-Kern von SiFive etwa soll pro Takt die Performance eines Cortex-A77 erzielen. Aktueller Stand sind der Cortex-A715 und der Cortex-X3, also drei Generationen neuer.

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