Arktika 1 Angespielt: Mit postapokalyptischen Grüßen von Stalker und Metro

Mit großem Aufwand arbeiten die Entwickler von Stalker und Metro am Actionspiel Arktika 1 für Oculus Rift. Golem.de hat erste Schüsse in der umfangreichen Kampagne abgefeuert.

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In Arktika 1 müssen wir in Kämpfen ans Nachladen denken.
In Arktika 1 müssen wir in Kämpfen ans Nachladen denken. (Bild: 4A Games)

Ein Großteil der Erde ist mal wieder zerstört. Pech für die meisten Menschen, aber für das Entwicklerstudio 4A Games ist ein derartiges postapokalyptisches Szenario inzwischen fast der Normalfall. Nach den Abenteuern in Stalker und Metro will uns Arktika 1 (die Entwickler selbst schreiben grundsätzlich "Arktika.1") erneut nach Russland verschlagen, wo wir in einer der wenigen noch bewohnbaren Regionen allerlei Abenteuer erleben sollen.

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Ein paar Rahmendaten: Arktika 1 entsteht exklusiv für Oculus Rift und soll bei seiner Veröffentlichung im 3. Quartal 2017 eines der umfangreichsten Games für das VR-Headset sein. Die zwölf Kapitel der Kampagne sollen, so einer der Entwickler im Gespräch mit Golem.de, ungefähr so lang sein wie ein typisches Actionspiel - damit wären dann wohl um die zehn Stunden gemeint.

Das Studio 4A Games arbeitet nach seinem Umzug aus der Ukraine derzeit mit knapp 70 Entwicklern in Malta an dem Titel, der übrigens zwingend das Eingabegerät Oculus Touch voraussetzt.

Die ersten paar Minuten in Arktika 1 verbringen wir als Beifahrer in einer Art Hightech-Panzerfahrzeug. Am Steuer sitzt eine weibliche Schönheit im hautengen Schutzanzug, die uns ein bisschen was über die Katastrophen der vergangenen Jahre, die wenigen noch bewohnbaren Regionen und die aktuellen Machthaber erzählt. Wir gucken solange aus dem Fenster und spielen mit dem weitgehend funktionsfähigen Navigationssystem und dem Handschuhfach des Autos herum.

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Nach einer Passkontrolle - wir müssen einer dick gepanzerten Wache unseren Ausweis durch die heruntergelassene Scheibe reichen und sehen dabei, wie die kühle Luft mit ein paar Schneeflocken ins Auto strömt - können wir aussteigen. Kurz darauf lernen wir im Schießstand den Umgang mit den Waffen kennen.

  • Arktika 1 von 4A Games (Bild: 4A Games)
  • Arktika 1 von 4A Games (Bild: 4A Games)
  • Arktika 1 von 4A Games (Bild: 4A Games)
Arktika 1 von 4A Games (Bild: 4A Games)

Hier gibt es die ersten Besonderheiten. Das Abfeuern der Pistolen, Revolver und sonstigen Schießeisen funktioniert noch völlig intuitiv: Hand ausstrecken und mit Touch abdrücken - fertig, und nahezu perfekt.

Zum Nachladen müssen wir aber bei jedem Waffentyp unterschiedliche Bewegungen ausführen. Bei einem Revolver müssen wir die Trommel mit einer kurzen Kippbewegung zur Seite ausklappen - den Rest macht dann das Programm. Eine modernere Pistole hingegen müssen wir kurz nach unten und nach vorne klappen, damit wir wieder Munition haben.

Das klingt kompliziert, aber in unserer Partie hat sich das erstaunlich echt und angenehm herausfordernd angefühlt. Zielen, schießen, nachladen, Feinde suchen - ohne Konzentration geht das schief. Wer das System hingegen kapiert hat und sinnvoll anwendet, sieht rasch die Erfolge.

Eine weitere Besonderheit ist die Art, wie wir vorwärtskommen. In Arktika 1 können wir nicht frei herumlaufen, sondern uns ausschließlich per Knopfdruck von einer vorgegebenen Position zur nächsten bewegen. Allerdings gibt es zwei dieser Positionen: Die blauen führen zum normalen, linearen Fortschritt im Spiel.

Die gelben hingegen sind alternative Stellen. Wenn wir uns etwa in einem Feuergefecht befinden, können wir an der blauen Position halbwegs in Sicherheit bleiben. Oder wir beamen uns an eine gelbe Stelle, von der wir die Feinde besser ins Visier nehmen können; dann allerdings sind wir selbst auch etwas exponierter und leichter zu treffen. Um uns davor zu schützen, können wir an einigen Stellen zu Schutzschilden greifen, die wir mit vollem Körpereinsatz hochheben müssen, wenn Feinde uns anvisieren.

Atemberaubende Eiswelt und aufwendig animierte Feinde

Die Grafik von Arktika 1 basiert auf der hauseigenen 4A Engine; in der frühen Version hat sie bereits einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Die düstere Eiswelt sieht atemberaubend aus, die Feinde sind sehr aufwendig animiert, die Effekte wirken stimmig und beeindruckend.

Das Ganze sieht teils so glaubwürdig aus, dass das Programm schon wieder mit dem sogenannten Uncanny Valley kämpft: Die anfangs erwähnte Begleiterin etwa sieht stehend in einem Aufzug so echt aus, dass uns minimalste Unstimmigkeiten bei ihrer Körperhaltung davon abhalten, sie tatsächlich als nahezu "menschlich" zu akzeptieren - ohne dass wir sagen könnten, was genau uns an der Dame stört, die mit VR-Headset schließlich wie eine normalgroße Frau aussieht.

Übrigens haben die Entwickler in Arktika 1 ein paar nette Gags eingebaut. So können wir im Schießstand mit der linken Hand eine Farbpistole ergreifen und damit die Waffe in unserer rechten Hand mit einer frei wählbaren Farbe nach unseren Vorstellungen umlackieren. Und, ebenfalls im Schießstand: Bei einem Abschnitt müssen wir in der virtuellen Welt eine VR-Brille aufsetzen - wir kämpfen dann also mit einem echten und einem virtuellen Headset im Holodeck.

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