Arin: Angeklagter weist IPv4-Betrug von sich

In den USA soll sich ein Mann die Rechte an rund 735.000 IPv4-Adressen erschlichen haben. Der Beschuldigte dementiert die Vorgänge nicht, beteuert aber in einem Medienbericht seine Unschuld.

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IPv4-Adressen werden von der Arin streng verteilt, der Beschuldigte wollte dies offenbar umgehen.
IPv4-Adressen werden von der Arin streng verteilt, der Beschuldigte wollte dies offenbar umgehen. (Bild: REUTERS/Fabrizio Bensch)

Die US-Justiz verhandelt derzeit erstmals einen mutmaßlichen Betrugsfall, bei dem sich der Beschuldigte den Zugang zu mehreren Hunderttausend IPv4-Adressen erschlichen haben soll. Einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) zufolge hat sich der Beschuldigte mit dem ebenfalls beklagten Unternehmen Mifco nicht schuldig bekannt. Das war zu erwarten, da es damit überhaupt erst zu einer Verhandlung kommen kann. In dem Bericht beteuert der Beschuldigte zudem seine Unschuld.

Die für Nordamerika zuständige Internet Registry Arin meldete im vergangenen Jahr, "eine mehrjährige Intrige zum Betrug der Internet-Community um circa 735.000 IPv4-Adressen" beendet zu haben. Die Hoheit über die Adressen sei inzwischen wieder von dem Betrüger zurückerlangt worden. Die US-Justiz erhob daraufhin Anklage. Konkret betreffen die Vorwürfe 20 Fälle des sogenannten Wire Fraud, also des Betrugs mit elektronischen Mitteln.

Der Betrug steht im Zusammenhang mit der immer kleiner werdenden Anzahl frei verfügbarer IPv4-Adressen und dem sich deshalb entwickelnden Transfermarkt für eben jene. Bereits vor fünf Jahren berichtete die Arin, dass sich die IPv4-Adressen, die die Organisation vergeben könne, dem Ende näherten. Kurz darauf wurde ein Wartelistensystem für IPv4-Adressen eingeführt. Der Gesamtwert der in dem Fall erlangten IPv4-Adressen beläuft sich demnach auf rund 9,8 bis 14,4 Millionen US-Dollar.

Schein-Unternehmen für mehr Adressen

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, elf Unternehmen nur zum Schein gegründet und sich selbst unter falschen Namen als Geschäftsführer dieser Firmen ausgegeben zu haben. Dieses Konstrukt habe der Angeklagte genutzt, um die Arin zum Transfer und zur Neuzuweisung der betroffenen IPv4-Adressen zu bewegen.

Laut dem WSJ bestreitet der Angeklagte dies auch nicht. Er sagte demnach aber auch, er habe gegen keine Gesetze verstoßen und lediglich Pseudonyme verwendet, um Dienstleistungen zu erbringen. Die Arin sieht das natürlich anders. Schon im Jahr 2013 hat die Organisation eine Vergabe weiterer IPv4-Adressen an das Unternehmen Mifco beendet.

Dies geschah laut dem Bericht, da die Arin bereits damals betrügerische Unternehmungen durch Mifco vermutet hatte. Das Unternehmen ist darüber hinaus auf der Spamhaus-Block-Liste gelandet, mit der bekannte Netzwerke für E-Mail-Spam gesammelt werden. Mifco wechselte daraufhin offenbar das Geschäftsmodell und bot Hosting-Dienste für VPN-Anbieter an.

Um die Sperre der Vergabe von IPv4-Adressen zu umgehen, gründete der Beschuldigte offenbar die Unternehmen mit falschen Identitäten. Der Angeklagte beteuert in dem Bericht zudem, die Arin für die zugewiesenen Adressen bezahlt zu haben. Demnach könne es sich nicht um Betrug handeln. Ein Anwalt der Arin bezeichnete dies als "sachlich und rechtlich irrelevant".

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