• IT-Karriere:
  • Services:

Ariane Group: Vega-Rakete beim 15. Flug abgestürzt

Eine europäische Vega-Rakete sollte in der Nacht zu Donnerstag den Militärsatelliten Falconeye1 für die Vereinigten Arabischen Emirate starten. Nach 14 erfolgreichen Flügen hat es dabei den ersten Fehlstart gegeben.

Artikel veröffentlicht am ,
Beim Start sah noch alles normal aus.
Beim Start sah noch alles normal aus. (Bild: Screenshot/ArianeGroup (Originalquelle gelöscht))

Eine europäische Vega-Rakete mit einem Satelliten ist kurz nach dem Start vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana abgestürzt. Der Start der vierstufigen Rakete um 3.54 Uhr mitteleuropäischer Zeit verlief zunächst normal. Die erste Stufe zündete und die Rakete hob ab. Nacheinander sollten alle drei Feststoffbooster gezündet werden, bis die vierte Stufe letzte Korrekturen vornehmen und den Militärsatelliten Falconeye1 für die Vereinigten Arabischen Emirate aussetzen sollte. Nachdem die erste Stufe auf einer Höhe von 56 km ausgebrannt war, sollte die zweite Stufe bei einer Geschwindigkeit von rund 2 km pro Sekunde zünden. Das tat sie jedoch nicht.

Stellenmarkt
  1. Vodafone GmbH, Düsseldorf
  2. Meierhofer AG, München

Es war der 15. Flug einer Vega Rakete. Mit einer Startmasse von 137 Tonnen gehört sie zu den kleineren Raketen und wird in der europäischen Raumfahrt vor allem zum Start von Erdbeobachtungs- und Forschungssatelliten im niedrigen Erdorbit verwendet. Bisher verliefen alle 14 Starts erfolgreich.

Eine französische Durchsage bestätigte während des aktuellen Fehlschlags erst, dass die Leistung der Zefiro-23-Stufe nominal sei. Die Telemetrie im Livestream zeigte eine weiter beschleunigende Rakete, während eine eingeblendete Computergrafik die Zefiro 23 in voller Funktion abbildete. Kurz zuvor hatten die Infrarotkamerabilder aber nur noch das vollständige Erlöschen der ersten Stufe gezeigt.

Nach einigen Sekunden wurde die vorberechnete nominale Telemetrie im Livestream durch ein Update mit aktuellen Daten ersetzt. Die Abweichung war deutlich zu sehen, die Rakete hatte keinen Schub. Der Kommentator für den englischen Livestream wich zwar nicht von seinem Skript ab. Gleichzeitig waren im Hintergrund indes französische Durchsagen von einer degradierenden Flugbahn zu hören.

Schließlich wurden auf Französisch der vorprogrammierte Abwurf der Nutzlastverkleidung, die Abtrennung der nie gezündeten zweiten Stufe und die Zündung der dritten Stufe bestätigt. Kamerabilder zeigten Bruno Gerard, Vizepräsident von Arianespace, besorgt am Telefon - während sich der Kommentator über die Durchsagen der angeblich erfolgreichen Stufenzündung freute.

Video vom Livestream wurde gelöscht

Erst nachdem das Skript eine Pause mit der Einblendung eines vorher aufgezeichneten Videos vorsah, wurde der Kommentator über den Verlust der Mission informiert. Es folgte ein Statement von Luce Fabrequettes, Vizepräsidentin für Mission, Operation und Einkauf von Arianespace, dass die Mission durch eine schwere Anomalie gescheitert sei. Sie bat bei den Kunden um Entschuldigung. Das Video wurde inzwischen vom Youtube-Kanal der Ariane Group gelöscht, ist aber weiterhin auf anderen Kanälen verfügbar.

Dieses Vorgehen bei der Kommunikation von Anomalien ist in der europäischen Raumfahrt der Normalfall. Ähnliches war beim Kontaktverlust mit einer Ariane 5 durch Kursabweichung der Fall, bei der lange verzögerten Bekanntgabe des Absturzes vom Marslander Schiaparelli und dem unkontrollierten Abprallen des Landers Philae vom Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko durch Defekte an einer Kaltgasdüse und den Harpunen, wodurch die Landemission vorzeitig endete und weder Langzeitbeobachtungen noch systematisch geplante Untersuchungen der Oberfläche durchführen konnte. Auch dort wurde der Erfolg der Landung schon gefeiert, obwohl das Abprallen durch die Telemetrie klar gezeigt und auch angesagt wurde.

Die Vega-Rakete soll nächstes Jahr durch die vergrößerte Vega-C abgelöst werden. Dabei soll der P80 Booster der ersten Stufe durch den P120 Booster ersetzt werden, der auch in der Ariane 6 zum Einsatz kommen soll. Die Zefiro-23, die beim jüngsten Flug versagte, soll durch eine größere Zefiro-40 ersetzt werden. Auch für die anderen Stufen sind größere Pendants vorgesehen. Dennoch muss die Ursache des Zündversagens der Zefiro-23 gefunden werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de

Kay_Ahnung 13. Jul 2019

Das stimmt nicht so ganz, SpaceX ist auch mit den Regierungspreisen meist noch deutlich...

Kay_Ahnung 11. Jul 2019

Nicht wirklich: https://www.golem.de/news/spacex-raketenstufe-nach-erfolgreicher-landung...

JaguarCat 11. Jul 2019

Klar kann es Sabotage sein. Es reicht ja, ein Kabel zu durchtrennen, und schon zündet...

narfomat 11. Jul 2019

leider doch, die verbrauchten ressourcen sind weg und die werden dann ja nen neuen bauen...

logged_in 11. Jul 2019

Hat Google bei mir gestern auf YT gepuscht: https://www.youtube.com/watch?v=D5MHtemNEVc...


Folgen Sie uns
       


Tesla baut Gigafactory in Brandenburg - Bericht

Wald weg, Wasser weg, Tesla da? Wir haben Grünheide besucht.

Tesla baut Gigafactory in Brandenburg - Bericht Video aufrufen
    •  /