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Ariane 64 startet: SpaceX nach 10 Jahren von der Esa eingeholt

Mit dem erfolgreichen Start der großen Trägerrakete kann Europa eigenständig große Lasten transportieren. Zuverlässig ist sie schon einmal.
/ Mario Petzold
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Ariane 6 mit vier Boostern kurz nach ihrem allerersten Start (Bild: ESA/M. Pédoussaut)
Ariane 6 mit vier Boostern kurz nach ihrem allerersten Start Bild: ESA/M. Pédoussaut

Die europäische Trägerrakete Ariane 6(öffnet im neuen Fenster) ist am 12. Februar 2026 um 17:45 Uhr (MEZ) zum sechsten Mal in den Orbit gestartet. Jeder der Starts war bisher erfolgreich, auch wenn beim Erstflug 2024 zwei Nutzlasten und eine Raketenstufe als Weltraumschrott im Orbit zurückgelassen werden mussten.

Zum ersten Mal kam die Ariane 64 zum Einsatz, die statt bisher zwei nun vier Feststoffbooster aufweist. Damit wurde die maximale Nutzlast für den niedrigen Erdorbit von 10,3 auf 21,6 Tonnen mehr als verdoppelt. Das entspricht dem Wert, den die Trägerrakete Falcon 9 von SpaceX bereits seit 2016 erreicht.

Die Rakete Saturn V für die bemannten Mondflüge hatte hingegen eine Nutzlast von 135 Tonnen und die Raketen für das Artemis-Projekt der USA sollen ebenfalls deutlich größere Lasten transportieren als die Ariane.

Wichtig für sämtliche Satellitenmissionen

Vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, transportierte die Ariane 64 insgesamt 32 Satelliten für Amazon Leo in den niedrigen Erdorbit. Mit dem Vorhaben, das früher als Project Kuiper bezeichnet wurde, will der Internetversandhändler eine Konkurrenz zu Starlink aufbauen.

Ariane 6, deren Komponenten in 13 europäischen Ländern gebaut werden, soll eine Alternative zum derzeit dominierenden Unternehmen SpaceX werden. Wobei der Abstand derzeit beträchtlich ist.

Die Falcon 9 hat mittlerweile fast 400 Starts absolviert. Auch wegen dieses Erfahrungsvorsprungs soll ein Flug damit knapp 30 Prozent günstiger sein als mit der europäischen Variante.

Es ist aber nicht allein eine Frage des Preises. Vor allem soll die Abhängigkeit europäischer Projekte von der Nasa reduziert(öffnet im neuen Fenster) werden, nachdem zuletzt verschiedene Kooperationen von US-amerikanischer Seite infrage gestellt wurden. Ziel ist es, europäische Satelliten komplett eigenständig in den Orbit zu bringen, ein Vorhaben, das schon 2008(öffnet im neuen Fenster) formuliert wurde und nur langsam vorankommt.


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