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Arduino Uno Q: Verfügbarkeit und Fazit

Aktuell gibt es den Arduino Uno Q beim Hersteller selbst sowie bei einer Reihe anderer Anbieter in der 2-GByte-Variante. Hier ist ein 16 GByte fassendes eMMC-Modul verbaut, das Modell kostet rund 48 Euro. Das für rund 65 Euro angekündigte 4-GByte-Modell mit 32 GByte eMMC-Speicher ist aktuell noch nicht verfügbar.

Gleiches gilt für eine Zusatzplatine, welche die Nutzung der über die neuen, 60-poligen Steckverbinder auf der Unterseite herausgeführten Signale ermöglicht. Hier ist auch noch kein Preis bekannt, die Platine wäre allerdings erforderlich, um die Möglichkeiten des QRB2210 voll auszuschöpfen. Aktuell lässt sich dessen Bildsignalprozessor nicht nutzen, da eine Anbindung von Kameras per MIPI CSI (Camera Serial Interface) nicht möglich ist.

Um USB-Geräte anzubinden, ist zusätzlich ein USB-C-Hub erforderlich, der mittels USB-C Power Delivery mit Energie versorgt werden kann. Für den Betrieb genügt allerdings ein ausreichend leistungsfähiges 5-V-USB-Netzteil – es muss kein Modell sein, das Power Delivery unterstützt.

Fazit

Selten ist uns das Fazit zu einem SBC oder Mikrocontroller-Board so schwergefallen wie beim Arduino Uno Q. Das Konzept hat definitiv seinen Charme und ist gewohnt einsteigerfreundlich umgesetzt. Auch die neue IDE App Lab finden wir gelungen, die vielfältigen Möglichkeiten, den Uno Q damit zu nutzen – per USB, per WLAN oder direkt auf dem SBC – sind ein praktisches Feature. Wir freuen uns definitiv auf weitere Projekte mit dem Uno Q.

Trotz des Bemühens, das System einfach zu halten, liegt die Einstiegshürde dennoch höher als bei den alten Arduinos. Das liegt ganz einfach im komplexeren Gesamtsystem begründet. Schade finden wir, dass die Leistung des Systems ein Kompromiss geblieben ist. Klar: Dadurch bleibt der Preis erst einmal (relativ) niedrig, diese Tatsache verkleinert aber auch die Nische, in welcher der Uno Q seinen Platz findet.

Für viele Interessenten dürfte sich ganz einfach die Frage nach dem Sinn des Arduino Uno Q stellen. Selbst viele der Beispielanwendungen beantworten sie nicht. Ein IoT-Gerät etwa mit browserbasierter Schnittstelle ist mit dem Uno R4 WiFi oder einem Raspberry Pi Pico W ebenso umsetzbar. Mit Micropython ist das auch sehr einfach (g+) . Als reiner SBC aber lohnt sich der Uno Q auch nicht – hier gibt es beim Raspberry Pi 4 mehr Leistung. Da für diesen nicht noch zusätzlich ein USB-C-Hub angeschafft werden muss, ist der Pi sogar die günstigere Variante.

Kein Arduino – und doch ein Arduino

Das soll aber nicht heißen, dass der Arduino Uno Q ein sinnloses Produkt ist. Sinn ergibt er immer dann, wenn die Kombination aus Echtzeitfähigkeit eines Mikrocontrollers sowie der Rechenleistung und Speicherausstattung eines SoC benötigt wird. Damit bleiben wenige Anwendungsfälle, in denen der Arduino Uno Q wirklich erste Wahl wäre. Stärkstes Argument ist damit das Arduino-Ökosystem, das etwa mit den Modulino-Erweiterungen externe Zusatzkomponenten einfacher anbindet als der Raspberry Pi Pico.

Und damit bleibt der Uno Q doch ein Arduino, obwohl er so ganz anders ist als seine Vorgänger. Einsteiger und alle, die schnell Projekte realisieren möchten, machen mit einem Arduino grundsätzlich nichts verkehrt. Vor der Anschaffung sollte aber die Frage stehen, ob man die neuen Möglichkeiten auch nutzt – andernfalls reicht auch ein Uno R4. Wer maximal flexibel sein möchte oder bereits KI-Projekte im Kopf hat, greift hingegen zum Uno Q.


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