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Neue Teile für neue Funktionen

Sein erstes großes Projekt startete Schlegel 1998: eine Wegfahrsperre für ein Auto. Türschlösser, Zündung und Anlasser steuerte er über einen IBM PC XT, den er auf die 12VDC Bordspannung angepasst hatte. Über eine Tastatur und ein Display musste er zum Losfahren einen Code eintippen. "Ich stellte fest, dass dieser PC einen sehr hohen Strombedarf hatte und somit die Batterie in kürzester Zeit leersaugte," erzählt Schlegel. Um Strom zu sparen, sei er auf den Microcontroller SGS Thomson ST-6220 gewechselt.

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Damals sei es schwierig gewesen, an bezahlbare Bauteile zu kommen. Zudem hätten allein die Entwicklungsumgebungen für die Controller schnell 500 bis 1.000 Euro gekostet. "Ich habe die Atmel-Controller schon vor 15 Jahren entdeckt und fand sie toll, aber konnte mir schlicht die Entwicklungsumgebung nicht leisten." Mittlerweile habe sich das geändert, die Hersteller würden die Entwicklungsumgebungen kostenlos oder preisgünstig zur Verfügung stellen, die Bauteile ließen sich einfach im Internet bestellen. So kann Schlegel seine Teile direkt in China bestellen und seine Projekte realisieren.

Doch in diesem Jahr kommt er wieder schlechter an die Bauteile: Erst gab es durch das chinesische Neujahr Lieferverzögerungen, dann folgte das Coronavirus. Gerade wartet er auf den Atmel 32, damit er an seiner Visitenkarte weitermachen kann. Mit dem Arduino-ähnlichen Controller möchte er die beiden bisher verwendeten Controller ersetzen und mehr Speicher auf die Visitenkarte bringen. Selbst die Würfelschaltung möchte er mit dem neuen Controller ersetzen, der dann alles steuern soll. Auch den USB-Speicher will er erhöhen und beschleunigen. "Der ist derzeit noch recht langsam", sagt Schlegel. Was bei zwei MByte Speicher noch kein Problem ist - aber es soll ja mehr werden.

Eine Visitenkarte für 10 Euro

Die Kosten für eine fertige Visitenkarte, wie er sie an Golem.de geschickt hat, gibt Schlegel mit ungefähr 10 Euro an. Das seien die reinen Materialkosten für die Platine selbst, die in dieser Stärke etwas teurer sei, sowie die Bauteile. Aufgelötet hat Schlegel diese dann selbst. Alternativ lasse sich die Platte auch bereits bestückt bestellen, das sei aber erst ab einer Auflage von 100 Stück interessant, erklärt Schlegel. Bei seinen zehn Platinen sei das nicht sinnvoll. Das dürfte ihn aber auch nicht weiter stören: Von Kindesbeinen an war er fasziniert von Elektronik und er lötet schon, seit er sieben Jahre alt ist. Mittlerweile verwendet er eine Doppelbrille: Die Bauteile sind feiner geworden, die Augen schlechter. Seine Begeisterung für die Elektronik ist geblieben.

  • Die Knöpfe zum Abspielen des Tons und Würfeln. (Bild: Daniel Pook/Golem.de)
  • Die Augen des Würfels sind LEDs. (Bild: Daniel Pook/Golem.de)
  • Die Vistenkarte von vorne.... (Bild: Daniel Pook/Golem.de)
  • ... und von hinten. (Bild: Daniel Pook/Golem.de)
  • Die Visitenkarte ist rund 2mm dick. (Bild: Daniel Pook/Golem.de)
  • Patrick Schlegels gerahmte Visitenkarten Sammlung. (Bild: Patrick Schlegel)
  • Eine ältere Variante der Visitenkarte. (Bild: Patrick Schlegel)
Die Knöpfe zum Abspielen des Tons und Würfeln. (Bild: Daniel Pook/Golem.de)

Die braucht er auch für sein zeitintensives Hobby. "Vor zwei Jahren habe ich die Programmiersprache C gelernt", erzählt Schlegel. Dafür habe er 160 Tutorials auf Youtube durchgeackert, damit er die Arduinos programmieren kann. Hinzu kommen ständig neue Probleme und Herausforderungen. Die stecken nicht nur in Schlegels Visitenkarte, sondern auch in anderen Projekten. Gerade ist er beispielsweise dabei, die Steuerung einer automatischen Schiebetür zu reparieren. Ersatzteile gibt es nicht mehr, eine neue würde 6.000 Euro kosten.

Auch eine Steuerung für einen Warenlift hat Schlegel bei seinem alten Arbeitgeber, einer Schlosserei, entworfen. Für einen Bekannten entwickelte er eine Steuerung für einen Lautsprecher, die den Ton per Zufall in verschiedenen Geschwindigkeiten ausgibt. Schlegel mag interessante Herausforderungen wie seine Visitenkarte.

Manche Kritiker sehen keinen Sinn in Schlegels Visitenkarte. Genauso gut könne er den Plan einer Schaltung auf Papier ausdrucken. Doch eine Visitenkarte aus Papier hätten wir uns wahrscheinlich nicht einmal angeschaut, geschweige denn kann Schlegel mit ihr zeigen, was er kann. Schaltungen zeichnen sei das eine, sie zu realisieren, zu programmieren und letztlich funktionsfähig aufzulöten, eine ganz andere Dimension, sagt Schlegel. Auch das Tamagotchi sei auf den ersten Blick vielen nicht sinnvoll erschienen, habe aber dann Millionen Menschen begeistert.

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 Arduino: Diese Visitenkarte ist ein Super-Mario-Spielender-Würfel
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PatrickSchlegel 24. Mär 2020

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PatrickSchlegel 20. Mär 2020

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amagol 20. Mär 2020

Wer mit halbwegs klarem Verstand steckt denn eine Visitenkarte von jemandem den man nicht...

Lasse Bierstrom 19. Mär 2020

Ja, bitte high tech, aber bloß nicht Leute ausbilden (lassen), das kostet Ressourcen!

Gee-Jay 19. Mär 2020

Schlegel der Autodidakt, bzw. University of YouTube! Respekt, (fast) alles selbst...


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