ARD und ZDF: Streaming-Plattform Germany's Gold wird aufgegeben

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben keine Lust mehr auf die Streaming-Plattform Germany's Gold. Durch die Auflagen vom Kartellamt hätte es sich für die Betreiber nicht mehr gelohnt.

Artikel veröffentlicht am ,
Alexander Coridaß, Chef der ZDF Enterprises
Alexander Coridaß, Chef der ZDF Enterprises (Bild: ZDF Enterprises)

Germany's Gold, das Streaming-Projekt von ARD und ZDF, wird eingestellt. Wie der WDR erklärte, wird das geplante "VoD-Projekt mit dem Arbeitstitel Germany's Gold nicht fortgeführt". Die seit November 2011 laufende Kartellamtsprüfung habe ergeben, dass sich das Vorhaben in der ursprünglich geplanten Form nicht umsetzen lässt. "Alternative Modelle, die den vom Bundeskartellamt geforderten Rahmenbedingungen genügen, haben hingegen keine positive wirtschaftliche Prognose", so die Beteiligten.

"Wir bedauern sehr, dass wir dieses Projekt nicht umsetzen können", erklärten die Partner. "In Zeiten veränderter Mediennutzung, Zuschauerbedürfnisse und Angebotsfragmentierung wäre ein Portal wichtig gewesen, das den Nutzern Gedächtnis des deutschen Films und Fernsehens hätte sein können und diese hochwertigen Inhalte aus allen Genres auch jenseits der klassischen TV-Ausstrahlung jederzeit zugänglich gemacht hätte."

Das Bundeskartellamt hatte im März 2013 kritisiert, dass ARD und ZDF als Unternehmer und Wettbewerber auf dem Markt für Video-on-Demand auftreten und ihre Produkte deshalb auch wie andere Unternehmen unabhängig voneinander vermarkten müssten. "Nach den bisherigen Vorstellungen der Sendeanstalten würde die gemeinsame Onlineplattform es aber mit sich bringen, dass insbesondere die Preise und die Auswahl der Videos miteinander koordiniert würden. Die kartellrechtlichen Probleme liegen auf der Hand."

Darüber hinaus seien die Mediathek und die Produktion der Inhalte gebührenfinanziert und verursachten bereits deshalb eine erhebliche Wettbewerbsverfälschung auf dem Markt für Video-on-Demand. Noch weiter gehende Wettbewerbsbeschränkungen durch kommerzielle Töchter der Rundfunkanstalten könnten nicht hingenommen werden. Andreas Mundt, der Präsident des Bundeskartellamtes, sagte: "Die generelle Frage nach der Rechtfertigung eines Entgeltes für die Nutzung von Inhalten, die über Gebühren bereits finanziert wurden, ist keine kartellrechtliche Frage."

Die Germany's Gold GmbH war im April 2012 gegründet worden. Als Anfangsinvestition wurde ein niedriger zweistelliger Millionen-Euro-Betrag eingesetzt.

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Andre S 17. Sep 2013

...bis ich diesen Artikel gelesen habe, also können Sie nur schlecht bzw. schlecht...

wmayer 16. Sep 2013

Ich wäre eher für ein Gesundschrumpfen und Abdeckung der Bereiche die zur Grundversorgung...

twil 16. Sep 2013

ktw.

Ter Roshak 16. Sep 2013

Rein rechnerisch dürften die ÖR nach der Haushaltspauschale wesentlich mehr Euro (man...



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