ARD-Reportage: Amazon kündigt nun auch Vermittler für Leiharbeiter

Der Internethändler gibt nach der Reportage "Ausgeliefert - Leiharbeiter bei Amazon" zu: "Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards zu gewährleisten." Ein Verdi-Sekretär meint, mit der Kündigung der Dienstleister seien die Probleme nicht gelöst.

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Ein Lager von Amazon mit Paketfließband
Ein Lager von Amazon mit Paketfließband (Bild: Michael Dalder/Reuters)

Amazon Deutschland stellt die Zusammenarbeit mit einem weiteren Partner in Deutschland ein, gegen den in einer Reportage des Hessischen Rundfunks Vorwürfe erhoben wurden. Das Unternehmen, dessen Namen von Amazon nicht genannt wurde, war für Unterbringung, Transport der Zeitarbeiter und den Einsatz der Sicherheitsfirma verantwortlich.

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Amazon erklärte: "Amazon nimmt die Vorwürfe bezüglich der Situation im Seepark Ost während der Weihnachtszeit sehr ernst. Amazon ist verantwortlich dafür, dass alle Beschäftigten unserer Logistikzentren jederzeit sicher sind und mit Respekt und Würde behandelt werden. Es ist uns eindeutig nicht gelungen, die Einhaltung unserer hohen Standards auch durch den Dienstleister, der für Unterbringung, Transport und den Einsatz der Sicherheitskräfte bei unseren Zeitarbeitskräften verantwortlich war, zu gewährleisten. Aus diesem Grund beenden wir unsere Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen. Den Einsatz des kritisierten Sicherheitsdienstes hatten wir bereits beendet."

Der Sicherheitsfirma Hensel European Security Services (H.E.S.S.) war zuvor von Amazon gekündigt worden.

Eine am 13. Februar 2013 gesendete Reportage des Hessischen Rundfunks zeigte, dass die Arbeiter von den Agenturen erst unmittelbar vor ihrer Abreise nach Deutschland darauf hingewiesen wurden, dass Amazon sie nicht selbst einstellen würde, sondern eine Zeitarbeitsfirma. Die Arbeiter wurden dann mit bis zu vier anderen in Bungalows in dem abgelegenen Ferienpark in Nordhessen untergebracht. Eine Arbeiterin, die sich über die Zustände beschwert hatte, wurde des Ferienparks verwiesen und gekündigt.

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Weiter wurde gezeigt, dass einige Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Hensel European Security Services (H.E.S.S.) in Kleidung von Thor Steinar die Unterkünfte überwachten und die Menschen schikaniert hätten. Beschäftigte der Sicherheitsfirma seien laut dem Bericht auch in der rechtsextremistischen Szene aktiv, was H.E.S.S. jedoch bestritt (PDF).

Verdi-Gewerkschaftssekretär Heiner Reimann, zuständig für den Standort im hessischen Bad Hersfeld, sagte Golem.de zu den Kündigungen der Partner durch Amazon: "Damit sind die Probleme nicht gelöst. Das scheint mir eine reine Kommunikationsstrategie von Amazon zu sein. Amazon sollte lieber die Umsetzung seiner Firmenphilosophie kontrollieren." Der Weltmarktführer hätte die finanziellen Möglichkeiten, die weitere Verschlechterung bei den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung in der Versandhandelsbranche, die seit Jahren anhalte, zu stoppen. Für die Rahmenbedingungen der Arbeitsverhältnisse sei aber die Politik verantwortlich.

"Sie werden von mir nie hören, dass ich zum Boykott von Amazon aufrufe", betonte Reimann. Das helfe den Lagerarbeitern nicht. Wer die Lagerarbeiter unterstützen wolle, könne eine Petition bei Change.org unterzeichnen.

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SaSi 20. Feb 2013

...was mir jemand heute gesagt hat: Es gibt Nazis ja, wer intelligenter ist behält seine...

dasdritteauge 20. Feb 2013

Aber für mich ist klar, daß es nur ohne Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge in...

Anonymer Nutzer 20. Feb 2013

Da sist ja auch nicht erst seit vorgestern der Fall und nicht nur bei Amazon. Die Frage...

miauwww 20. Feb 2013

wenn sie es ernst nehmen wuerden, waere es erst garnicht passiert.



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