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Archiv: Game over für die weltweit größte Computerspielesammlung

Millionenförderung, mehr als 60.000 Spiele und jahrelange Vorarbeit: Die Internationale Computerspielesammlung steht vor dem Aus.
/ Peter Steinlechner
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Retrospielesammlung (Symbolbild) (Bild: OLI SCARFF/AFP via Getty Images)
Retrospielesammlung (Symbolbild) Bild: OLI SCARFF/AFP via Getty Images

Die Internationale Computerspielesammlung (ICS), eines der ambitioniertesten Archivprojekte für digitale Spiele weltweit, steht überraschend vor dem Aus. Wie Gameswirtschaft berichtet(öffnet im neuen Fenster), wird das Vorhaben nicht weiter verfolgt.

Damit endet vorerst ein Projekt, das seit Jahren den Aufbau eines zentralen Archivs für Computer- und Videospiele in Deutschland zum Ziel hatte.

Die ICS entstand aus einer Initiative mehrerer Einrichtungen, darunter die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK), das Computerspielemuseum Berlin, das Digarec-Zentrum für Computerspielforschung der Universität Potsdam und die Stiftung Digitale Spielekultur.

Auch der Branchenverband Game unterstützte das Vorhaben. Ziel war es, Games als Kulturgut langfristig zu bewahren und sie für Forschung, Wissenschaft und Medien zugänglich zu machen.

Bereits 2019 ging eine erste Onlinedatenbank an den Start. Sie enthielt damals Informationen zu fast 40.000 Games und galt nach Angaben der Betreiber als weltweit größte Sammlung dieser Art. Schon damals war allerdings klar: Die Datenbank sollte nur ein Zwischenschritt sein.

Fortsetzung könnte folgen ...

In einer zweiten Phase sollten rund 60.000 Titel samt Datenträgern, Verpackungen, Handbüchern, Begleitmaterialien und Hardware systematisch erfasst und an einem Ort zusammengeführt werden.

Für den Aufbau der Sammlung flossen laut Gameswirtschaft insgesamt 1,5 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln. 2023 wurde zudem eine gemeinnützige GmbH gegründet, um die organisatorischen Strukturen für die ICS aufzubauen. Die bis Ende April 2026 laufende Projektförderung reichte offenbar aber nicht aus, um eine dauerhaft finanzierte Institution zu schaffen.

Als Grund für das vorläufige Ende gilt deshalb vor allem die fehlende Anschlussfinanzierung. Für die Games-Branche ist das ein empfindlicher Rückschlag: Gerade, weil viele ältere Spiele wegen Rechtefragen, veralteter Hardware oder abgeschalteter Onlinedienste kaum noch zugänglich sind, gilt die Bewahrung digitaler Spiele als besonders schwierig.

Die bisherigen Daten und Vorarbeiten sollen dem Bericht zufolge nicht verloren gehen. Ob und wie die ICS später doch noch in anderer Form fortgeführt werden kann, ist derzeit offen.


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