Arcadis Ost 1: Neuer Windpark von Rügen geht ans Netz
Vor Rügen ist der Windpark Arcadis Ost 1 vollständig ans Netz gegangen. Alle Windkraftanlagen lieferten seit Anfang Dezember Strom, sagte Manfred Dittmer, Deutschland-Chef des belgischen Windpark-Entwicklers Parkwind, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Arcadis Ost 1(öffnet im neuen Fenster) besteht aus 27 Windrädern, die sich auf einer Fläche von 29 Quadratkilometern verteilen. Der Windpark liefert eine Leistung von 257 Megawatt. Das soll ausreichen, um 290.000 Haushalte mit Strom zu versorgen.
Der Bau des Windparks hatte im Juni vergangenen Jahres begonnen. Mitte November dieses Jahres installierte Parkwind die letzten Turbinen. Ein Teil des Parks war bereits Anfang 2023 ans Netz gegangen.
Beim Bau gab es Probleme
Der Bau habe Parkwind vor einige Probleme gestellt, sagte Dittmer. "Zusätzlich zu den 45 Metern Wassertiefe kam noch eine an einigen Stellen bis zu 30 Meter mächtige Schicht von nicht tragfähigem Schlamm und Schlick." Deshalb seien nicht wie üblich Schiffe zum Einsatz gekommen, die sich fest mit dem Meeresgrund verbinden.
Freischwimmende Kräne bauten die Windräder. Unter anderem kam der zweitgrößte Schwimmkran der Welt zum Einsatz. Arcadis Ost 1 ist weltweit der erste Windpark, der ausschließlich von freischwimmenden Kränen gebaut wurde.
Ein weiteres Problem war laut Dittmer die Hafeninfrastruktur in Mukran auf Rügen. Dort habe es nicht genug Platz gegeben. Parkwind habe deshalb nach Bornholm ausweichen müssen. Die Wartung soll dann aber von Rügen aus erfolgen.
Es fehlt an Hafenflächen
Das betrifft nicht nur Rügen: Nach Angaben der Stiftung Offshore-Windenergie(öffnet im neuen Fenster) fehlen auch in anderen deutschen Seehäfen Lagerflächen. Bis 2029 würden demnach für den Bau von Offshore-Windparks bis zu 200 Hektar zusätzliche schwerlastfähige Flächen benötigt.
Offshore-Windkraft entwickele sich zum Rückgrat der Energiewende, sagte Dittmer der dpa. Ein Vorteil sei die größere Energieausbeute verglichen mit Solarenergie oder Windkraft an Land. Auch die Vorhersehbarkeit des Windertrags sei auf See wesentlich besser. Offshore-Windkraft habe "Kraftwerkseigenschaften" , sagte er. "Die Volatilität ist zwar nicht ganz weg, aber sie ist weniger als onshore, und sie ist berechenbarer."
Aktuell sind laut Stiftung Offshore-Windenergie in der deutschen Ostsee mehr als 1,3 Gigawatt Leistung installiert. Im kommenden Jahr soll vor Rügen der Windpark Baltic Eagle mit 476 Megawatt in Betrieb gehen. Weitere Windparks in der Ostsee sind geplant.
Ziel der Bundesregierung ist es, die Offshore-Windkapazität bis 2030 auf 30 Gigawatt und bis 2045 auf 70 Gigawatt auszubauen. Das entspricht einem Zubau von 62 Gigawatt in den kommenden 22 Jahren und benötigt nach Branchenangaben bis zu 7.000 neue Offshore-Windanlagen.
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