Arc-Odyssey: Intel, eigentlich wollten wir Grafikkarten kaufen

Für einige Verzögerungen rund um Intel Arc Alchemist gibt es gute Gründe und Erklärungen, für den Eiertanz seither jedoch nicht.

Ein IMHO von Martin Böckmann veröffentlicht am
Intel muss sich allmählich beeilen.
Intel muss sich allmählich beeilen. (Bild: Mad Max/Wikipedia/CC-BY-SA 3.0)

Wir haben nichts. Kein Verkaufsdatum, keine Preise und erst recht keine erhältlichen Grafikkarten. Anfang des Jahres wäre eine bezahlbare Grafikkarte ungefähr auf dem Niveau einer Nvidia Geforce RTX 3060 genau das gewesen, was sich Spieler als Alternative gewünscht hätten.

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Die anfängliche Verzögerung der Arc Alchemist von rund 18 Monaten lässt sich nicht mit äußeren Umständen erklären, auch wenn zumindest ein Teil davon auch in Zeiten von Covid-19 und daraus resultierenden Lockdowns fällt. Ein Lockdown führte letztendlich auch dazu, das die ersten Arc-Grafikkarten nicht wie geplant produziert werden konnten. Kaum war der Lockdown vorbei, begann Russland am 24. Februar 2022 den Krieg gegen die Ukraine.

Dadurch waren wichtige Softwareentwickler aus Russland praktisch über Nacht nicht mehr für Intel verfügbar und mussten, sofern sie das wollten und mutmaßlich mit Unterstützung durch Intel, in ein anderes Land auswandern, um wieder arbeiten zu können. Die Treiberentwicklung hat sich dadurch merklich verzögert, was eine mögliche Erklärung für den anfänglichen Zustand der Treiber zur Arc A380 ist.

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Warum es nun aber nicht vorwärtsgeht, versteht niemand mehr. Die Arc A380 ist seit Monaten in China verfügbar, mittlerweile wird sie sogar in Europa verkauft. Ohne große Ankündigung seitens Intel. In Podcasts und Q&A-Sessions sind Tom Peterson, Graphics Engineer und Fellow bei Intel, und Kollegen wie Ryan Shrout - Senior Director AXG Marketing - bemüht, die Arc-Flagge hochzuhalten.

Warum noch keine Karten verkauft werden, ist unklar

In der Community erntet Intel zunehmend Spott - und zwar nicht, weil Arc Alchemist generell schlecht ist. Wir sehen die Karten seit Monaten in diversen Formaten und Präsentationen. Reviewer und Medienvertreter tauschen munter unter der Hand Grafikkarten, die auf inoffiziellen Wegen bereits ihren Weg gemacht haben. Ihre Existenz kann niemand bezweifeln.

Der Spannungsbogen wurde über den Sommer mit der US-Medientour weiter gedehnt, Features wie XeSS und die Architektur generell wurden detailliert erklärt. Tom Peterson sitzt mit einem Lächeln vor dem Rechner und spielt, während die Kundschaft genau das nicht kann.

Gegen gebrauchte Mining-Karten stehen die Chancen nicht gut

Und nun ist der Bogen langsam überspannt. Mit der Umstellung von Etherium zu Proof of Stake sowie generell schwachen Kryptowährungen naht eine Flut an gebrauchten Grafikkarten; unter anderem Geforce RTX 3060 Ti sowie AMD Radeon RX 6500XT waren für ihre hohe Effizienz bei Minern beliebt. Das ist genau der Performancebereich, in dem die Intel-Arc-Alchemist-Karten liegen. Außerdem bekommt man hier über Jahre ausgereifte Treiber und Software.

Mit guten Preisen kann Intel sicherlich ein lohnendes Angebot gegenüber einer Geforce RTX 3060 zu nun gesenkter UVP unterbreiten. Sollten sich die Vermutungen aber bewahrheiten und solche Karten zukünftig gebraucht für unter 200 Euro zu haben sein, wird es schwierig. Eine Arc A770 für 150 Euro sehe ich nicht kommen, Intel vermutlich auch nicht.

Als Enthusiast bin ich genervt. Anfang des Jahres hätte ich mir eine Arc-Grafikkarte allein schon aus Interesse gekauft. Die Vorfreude auf einen neuen Marktteilnehmer mit so starken Entwicklerressourcen und Fertigungskapazitäten wie Intel war groß.

Intel, wir wollen kein Dementi zu den Gerüchten, dass Arc eingestellt worden sei. Wir sehen, dass die Karten bereits laufen und offenbar auch mindestens eine Vorserienproduktion angelaufen ist. Eine verbindliche Äußerung, ob auch Battlemage und vor allem Celestrial weiterhin wie einst geplant in Entwicklung sind, wäre hingegen gut. Wir finden außerdem, dass das äußere Design gelungen ist, die Leistung für viele Spiele gut zu sein scheint und dass Features wie XeSS eine sinnvolle Ergänzung sind. Wir wollen aber vor allem eins: Wir wollen endlich Grafikkarten.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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Sharra 19. Sep 2022 / Themenstart

Naja, ich kann natürlich nur vermuten, aber während den Corona-Lockdowns haben VW und Co...

gan 17. Sep 2022 / Themenstart

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wieso solltest du mit höherer Auflösung spielen wollen...

mb (Golem.de) 16. Sep 2022 / Themenstart

Den Punkt bei Ethereum muss ich Ihnen geben. Odyssey ist jedoch absichtlich so...

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