Arbeitszeitreform: Regierung plant Ende des 8-Stunden-Tags

Die Bundesregierung will das Arbeitszeitgesetz grundlegend umkrempeln. Nach Informationen der Bild-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) soll der seit Jahrzehnten geltende Acht-Stunden-Tag abgeschafft und durch eine wöchentliche Arbeitszeitregelung ersetzt(öffnet im neuen Fenster) werden. Die Änderungen sind Teil einer neuen Tourismusstrategie, die bereits am Mittwoch beschlossen wurde(öffnet im neuen Fenster) . Doch letztlich soll die Regelung für alle Branchen gelten.
Besonders Branchen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten wie das Gastgewerbe dürften profitieren. Bislang dürfen Arbeitnehmer maximal acht Stunden täglich arbeiten, in Ausnahmefällen bis zu zehn Stunden, wenn die Mehrarbeit innerhalb von sechs Monaten ausgeglichen wird. Diese starre Regelung soll nun fallen.
Alle Branchen betroffen
CDU und SPD hatten die Reform bereits im Koalitionsvertrag vereinbart. Die neuen Regelungen sollen nicht nur einzelne Wirtschaftszweige betreffen, sondern flächendeckend gelten. Statt der täglichen Höchstarbeitszeit ist eine wöchentliche Obergrenze geplant, die Unternehmen deutlich mehr Spielraum bei der Personaleinsatzplanung gibt.
Christoph Ploß (CDU), Koordinator der Bundesregierung für Tourismus, verteidigt die Pläne: "Davon werden nicht nur mittelständische Unternehmen profitieren, sondern auch Millionen Arbeitnehmer in Deutschland." Die Regierung verspricht Vorteile für beide Seiten.
Steuerfreie Überstunden geplant
Parallel zur Arbeitszeitreform plant die Bundesregierung steuerliche Anreize. Überstundenzuschläge sollen steuerfrei gestellt werden. Auch Prämien für Teilzeitkräfte, die ihre Arbeitszeit aufstocken, sollen steuerlich begünstigt werden.
Die Diskussion um Arbeitszeiten nahm zuletzt deutlich an Fahrt auf. Bundeskanzler Friedrich Merz fordert mehr Arbeitsstunden und will das Teilzeitmodell zurückdrängen – Forderungen, die auf erheblichen Widerstand stoßen.
Gewerkschaften kündigen massiven Widerstand an
Die Pläne der Regierung stoßen auf scharfe Kritik der Gewerkschaften. Frank Werneke, Bundesvorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, kündigte gegenüber der Bild entschlossenen Widerstand an(öffnet im neuen Fenster) : "Wir sind bereit, für den Erhalt des Arbeitszeitgesetzes zu kämpfen, in den Betrieben und auf der Straße." Die Gewerkschaften drohen mit Protesten und Streiks, sollte die Reform wie vom Bundeswirtschaftsministerium vorgeschlagen umgesetzt werden.



