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Arbeitswelt 2015: "Ganze Berufsfelder sind von der Digitalisierung bedroht"

Crowdsourcing und weltweit konkurrierende Solo-Selbstständige, dazu die Diskussion um das Recht auf binäre Nichterreichbarkeit: Die Gewerkschaft Verdi will die Arbeitswelt im digitalen Zeitalter zu einem Schwerpunkt des Jahres 2015 machen, so ihr Chef Frank Bsirske.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Frank Bsirske, Chef der Gewerkschaft Verdi
Frank Bsirske, Chef der Gewerkschaft Verdi (Bild: Thomas Langer/Getty Images)

Die Digitalisierung der Arbeitswelt birgt nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi Chancen, aber auch Gefahren. Darauf müsse die Bundesregierung angemessen reagieren, sagte der Vorsitzende Frank Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir wollen die großen Herausforderungen für die Arbeitswelt im digitalen Zeitalter 2015 zu einem Schwerpunkt machen", kündigte er an.

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"Es gibt große Chancen und große Risiken", so Bsirske. Bei der Bundesregierung sei ein Bewusstsein für diese Ambivalenz da. Verdi sei - begleitet durch das Bundeswirtschaftsministerium - dabei, die Digitalisierung zum Thema von Branchendialogen mit den Sozialpartnern zu machen.

Der Gewerkschaftschef warnte vor digitaler Arbeitslosigkeit. "Ganze Berufsfelder sind von der Digitalisierung bedroht", meinte er. "Die Frage ist, inwieweit auf die Automatisierung der Muskelkraft eine Automatisierung des Denkens folgt." Große Sparpotenziale bei den Arbeitsplätzen drohten. Eine Automatisierungsdividende entstehe.

Diese müsse in neue Arbeitsplätze investiert werden - etwa im Erziehungs- oder Gesundheitsbereich. Verwegen wäre es laut dem Verdi-Chef, sich darauf zu verlassen, dass sich genug Ersatzarbeitsplätze von selbst entwickelten. "Das müssen Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften unterstützen und fördern."

Die Arbeitgeber könnten Arbeitnehmer im digitalen Zeitalter zudem viel stärker kontrollieren, sagte Bsirske. So könne etwa der Versandhändler Amazon erkennen, wann seine Lagerarbeiter während ihrer Schicht stehen blieben. "Und wenn man über den Laptop arbeitet, sind die Arbeitsergebnisse absolut vergleichbar."

Diese Vergleichbarkeit setze Arbeitnehmer unter Druck. Auch könne man im Prinzip jederzeit von überall arbeiten. "Arbeitnehmer können so Autonomie gewinnen, aber gleichzeitig wird der Druck auch größer."

Als konkreten Schritt forderte Bsirske eine Festschreibung des Rechts auf Nichterreichbarkeit. Es sollte auch darum gehen, die massiv zugenommenen psychischen Erkrankungen wegen Arbeitsbelastungen ernster zu nehmen: "In Schule, Aus- und Weiterbildung muss die Fähigkeit, Grenzen setzen zu können, vermittelt werden." Die Arbeitnehmer müssten ihre Bereitschaft zur Entgrenzung der eigenen Leistung auch stärker selbst reflektieren.

Beim Crowdsourcing sei musterhaft die Gefahr einer digitalen Prekarisierung zu sehen. Hierbei erledigen Menschen zu Hause Arbeiten im Internet für Firmen. "Solo-Selbstständige" konkurrierten weltweit um Aufträge und böten Lösungen an - aber nur die attraktivsten würden honoriert. Bsirske warnte: "Für Rente und Auftragslosigkeit können die Betroffenen oft überhaupt keine Vorsorge treffen."



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Zwangsangemeldet 17. Jan 2015

Und "damals" hieß es ja auch noch, dass in wenigen Dekaden die benötigte Arbeitsleistung...

Zwangsangemeldet 17. Jan 2015

Noch nicht. Aber das mit den neuen Berufsfeldern wird hier gut erklärt: http://strikemag...

pythoneer 07. Jan 2015

Da du auf meinen Betrag geantwortet hast nehme ich mal an, dass du mich gemeint hast...

Quantium40 05. Jan 2015

Wobei das ja ein eher grundsätzliches Problem unseres Wirtschaftssystems ist und nicht...

theonlyone 05. Jan 2015

Gerade bei der Bahn wundert mich das. Was verdienen die den bitte ? Also irgendwie...


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