Arbeitsverdichtung: KI macht nicht weniger Arbeit - sondern mehr
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Die Verheißung ist groß: KI soll Routineaufgaben übernehmen und Freiräume für kreatives Denken schaffen. Doch eine achtmonatige Untersuchung in einem US-Technologieunternehmen mit rund 200 Beschäftigten zeichnet ein anderes Bild, wie das Harvard Business Review berichtet(öffnet im neuen Fenster) .
Wer generative KI-Tools nutzte, arbeitete schneller, übernahm mehr Aufgaben und verwischte zunehmend die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit – häufig sogar, ohne dass das verlangt worden war.
Die Studie wurde durchgeführt von April bis Dezember vergangenen Jahres mittels Vor-Ort-Beobachtungen, Auswertung interner Kommunikation und über 40 Tiefeninterviews. Identifiziert wurden drei Formen der Arbeitsverdichtung. KI hat den Druck demnach nicht gesenkt, sondern verstärkt.
Wenn alle plötzlich alles machen
Das erste Muster: die schleichende Aufgabenausweitung. Produktmanager und Designer begannen, Code zu schreiben. Forscher übernahmen Ingenieursaufgaben. Beschäftigte in verschiedensten Rollen versuchten sich an Tätigkeiten, die sie zuvor ausgelagert oder gemieden hatten. KI-Tools ließen fremde Aufgabengebiete machbar erscheinen, viele empfanden das als bereichernd.
Doch die kleinen Experimente summierten sich zu einem deutlich größeren Verantwortungsbereich, der in manchen Fällen Arbeit absorbierte, für die sonst zusätzliche Stellen gerechtfertigt gewesen wären.
Das hatte Nebenwirkungen. Ingenieure verbrachten mehr Zeit damit, KI-gestützte Ergebnisse von Kolleginnen und Kollegen zu prüfen und zu korrigieren. Ein Großteil dieser Betreuungsarbeit fand informell statt, in Chat-Threads oder kurzen Gesprächen am Schreibtisch, und belastete bestehende Kapazitäten, ohne formal erfasst zu werden.
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