Arbeitsspeicher: SK-Hynix verpasst LPDDR5X einen Turbo

SK Hynix hat den Schnellsten: Der Speicherhersteller aus Südkorea kündigte an, ersten Kunden Testmuster seines neuen LPDDR5T-Speichers(öffnet im neuen Fenster) übergeben zu haben. Der steigert die Datenrate gegenüber LPDDR5X um 13 Prozent. Statt 8.500 Megatransfers pro Sekunde (MT/s) schafft er 9.600 MT/s. Das T steht dabei laut SK Hynix für Turbo.
Durch die höhere Datenrate kann eine Chip-64-Bit-Schnittstelle fast 77 GByte pro Sekunde übertragen. Abgesehen von der höheren Datenrate entspricht der Speicher der Jedec-Spezifikation. Wie bei LPDDR5X wird eine Versorgungsspannung von 1,01 bis 1,12 Volt benötigt. Die verteilten Testmuster sind Multi-Chip-Packages mit mehreren einzelnen Silizium-Dies. Dieses Vorgehen ist üblich, um möglichst viel Kapazität in einem Modul unterzubringen. Auch lassen sich so einfach durch Variation der Breite des Datenbusses und der Speicherkapazität verschiedene Module realisieren.
Die ausgelieferten Testmuster speichern 16 GByte pro Modul, die Kapazität der einzelnen Dies nannte SK Hynix nicht. Sie dürfte aber wie bei Samsung 16 GBit betragen. Auch ist unklar, ob der höhere Schnittstellentakt mit längeren Latenzen einhergeht. Die Massenfertigung von LPDDR5T will SK Hynix in der zweiten Jahreshälfte beginnen, dann könnten auch zeitnah damit bestückte Geräte auf den Markt kommen.
Noch kein Technologiesprung
Möglich wird die Geschwindigkeitssteigerung allein durch einen optimierten Herstellungsprozess: Für die Fertigung von LPDDR5T setzt SK Hynix auf einen weiterentwickelten 1-Alpha-Prozess, der wiederum eine Weiterentwicklung des 10-nm-Prozesses ist. Konkurrent Micron fertigt seinen LPDDR5X-Speicher bereits mit 1-Beta-Prozess . SK Hynix erreicht die höhere Leistung seines T-Modells nach eigener Angabe mit einem Material mit hoher Dielektrizitätskonstante (High-k Metal Gate, HKMG). Wie Konkurrent Micron sieht sich auch SK Hynix damit technologisch als Marktführer.