Arbeitsspeicher als Kostentreiber: PC-Preise steigen deutlich

Dell und Lenovo werden bald die Preise für PCs anheben, wie Trendforce unter Berufung auf Insider(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Schuld ist der Preisanstieg bei Speicherchips – die Produktion von KI-Servern verschärft die Knappheit am Markt. Erste Hersteller planen Aufschläge von bis zu 20 Prozent.
Dell plant laut Branchenquellen eine Preisanpassung von 15 bis 20 Prozent bis Mitte Dezember. Lenovo hat dem Bericht nach seine Geschäftskunden informiert, dass die aktuellen Preise am 1. Januar 2026 auslaufen und anschließend neue Konditionen in Kraft treten.
Der Preisdruck entsteht hauptsächlich durch die gestiegenen DRAM-Kosten, die erheblich zugelegt haben. Die Produktion von KI-Servern bindet einen Großteil der verfügbaren Speicherproduktionskapazitäten, so dass PC-Hersteller mit reduzierten Zuteilungen und höheren Komponentenpreisen konfrontiert sind.
Jeff Clarke, Chief Operating Officer bei Dell, erklärte Bloomberg Ende November(öffnet im neuen Fenster) , dass die Speicherpreise im gesamten Produktportfolio des Unternehmens steigen. Die Äußerungen deuten darauf hin, dass der Kostendruck über Consumer-PCs hinaus auch Unternehmenssysteme und Workstations betrifft.
Engpässe verändern Marktdynamik
In der Kundeninformation von Lenovo werden zwei Faktoren für die Preisänderungen genannt: Speicherknappheit und die zunehmende Integration von KI-Technologie in die Produktlinien. Das Unternehmen gab an, dass die Lieferkettenbedingungen Verfügbarkeit und Kosten von Speicherchips beeinflussen.
DRAM-Komponenten, insbesondere DDR5-Module für neuere PC-Systeme, sind laut Chosun Biz im Jahresvergleich um rund 70 Prozent teurer geworden. Bei einigen spezifischen Speicherkonfigurationen sollen die Steigerungen bis zu 170 Prozent betragen haben.
Mehrere Hersteller, darunter HP, Samsung Electronics und LG Electronics, überprüfen ihre Produktstrategien für 2026 angesichts der Speicherpreissituation. HP-CEO Enrique Lores merkte an, dass Speicherchips typischerweise 15 bis 18 Prozent der gesamten Herstellungskosten eines PCs ausmachen und damit einen wesentlichen Faktor für die Gesamtpreisgestaltung darstellen.
Trendforce passte seine Prognose für Notebook-Lieferungen im Jahr 2026 an und erwartet nun einen Rückgang um 2,4 Prozent statt des zuvor prognostizierten Wachstums von 1,7 Prozent. Trendforce führt die Veränderung auf höhere Materialkosten und daraus resultierende Preiserhöhungen zurück, die die Verbrauchernachfrage beeinträchtigen könnten.
Das Ausmaß der Preiserhöhungen wird wahrscheinlich je nach Hersteller, Marktsegment und spezifischen Produktkonfigurationen variieren. Unternehmenskunden mit bestehenden Verträgen könnten andere Preissteigerungen aufgebrummt bekommen, als Verbraucher, die Systeme im Einzelhandel kaufen.