Arbeitsplatzabbau: Amazon zieht Stellenzusagen zurück

Laut einem internen Memo von Amazon aus dem Juni 2022, das die Website Recode(öffnet im neuen Fenster) einsehen konnte, hatte die Wahrnehmung der Unternehmenskultur von Amazon bereits negative Auswirkungen auf die Rekrutierung, noch bevor es Massenentlassungen gab.
Das interne Memo zitiert eine Linkedin-Umfrage unter mehr als 7.000 Softwareentwicklern. Unter den 25 größten Tech-Konkurrenten belegte Amazon nur den 19. Platz für "gute Work-Life-Balance", während es bei "flexiblen Arbeitsregelungen" den zehnten und bei "kontinuierlicher Mitarbeiterschulung und -entwicklung" den elften Platz belegt.
Im Mai 2022 bewarben sich 40 Prozent weniger Bewerber auf Stellen in der Softwareentwicklung bei Amazon als im Januar, berichtet Recode.
Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber The Information(öffnet im neuen Fenster) (Paywall), dass Stellenzusagen zurückgezogen wurden, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen.
Die bereits bestehenden Probleme bei der Personalbeschaffung könnten sich nun noch verschärfen. Das Unternehmen bemüht sich hier dem Bericht von Recode nach um Schadensbegrenzung: Denjenigen, die eine Jobzusage von Amazon hatten, das zurückgenommen wurde, erhalten einen Monat lang das Grundgehalt, das sie verdienen sollten.
Größter Personalabbau in der Unternehmensgeschichte
Amazon hatte im November 2022 vermutlich den größten Personalabbau in der Unternehmensgeschichte durchgeführt und bis zu 10.000 Mitarbeiter entlassen, was etwa drei Prozent der Büroangestellten des Unternehmens entspricht. Der Abbau konzentriert sich auf Amazon Devices, Retail und die Personalabteilung.
Zuvor hatte das Wall Street Journal Informationen über Kostensenkungen in nicht profitablen Bereichen des Konzerns erhalten. Amazon Devices, zu dem auch Alexa gehört, erwirtschaftete in den vergangenen Jahren einen Verlust von etwa fünf Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Sparte hat bei Amazon mehr als 10.000 Beschäftigte. Amazon erklärte laut internen Quellen bereits Mitarbeitern in unrentablen Abteilungen, sie sollten sich anderswo im Unternehmen nach Arbeitsplätzen umsehen, weil ihre Teams abgeschafft würden, berichtete das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) .