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Arbeitsmarktanforderungen: Menschliche Fähigkeiten bleiben unverzichtbar

Das Weltwirtschaftsforum räumt mit einem Irrtum auf: Kreativität und Empathie schlagen auf dem Arbeitsmarkt digitale Skills.
/ Andreas Donath
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Modernes Arbeiten im Team (Bild: Pexels)
Modernes Arbeiten im Team Bild: Pexels

Das Weltwirtschaftsforum hat herausgefunden: Kreativität und Anpassungsfähigkeit sind wichtiger als technisches Wissen. Aber in Stellenanzeigen steht das kaum drin – und Schulen und Universitäten bringen diese Fähigkeiten zu wenig bei.

Ein neuer Bericht mit dem Titel New Economy Skills: Unlocking the Human Advantage(öffnet im neuen Fenster) vom Dezember 2025 zeigt: Fähigkeiten wie Kreativität, Innovation und Anpassungsfähigkeit sind wertvoller geworden als rein technisches Können. Für den Bericht wurden Daten von Bildungseinrichtungen, Job-Plattformen und viele Experten befragt.

Das Ergebnis: Es gibt eine große Lücke zwischen dem, was Firmen wirklich brauchen, und dem, was in Stellenanzeigen steht. Eine Untersuchung von US-Stellenanzeigen zwischen Mai 2024 und April 2025 zeigt: Nur 72 Prozent erwähnen überhaupt mindestens eine dieser menschlichen Fähigkeiten. In Bereichen wie Logistik und Transport sind es sogar nur 44 Prozent.

Jede Region hat andere Stärken

Wenn man misst, was verschiedene Fähigkeiten wert sind, steht kreatives Denken ganz oben. Trotzdem wird es bei Einstellungen und Beförderungen am wenigsten beachtet. Der Bericht zeigt: Was Unternehmen in Zukunft brauchen werden und was sie heute honorieren, passt nicht zusammen.

Fast 60 Prozent der Chefs weltweit finden, dass Absolventen gut mit anderen zusammenarbeiten können. Aber weniger als die Hälfte sagt das über Kreativität, Neugier oder die Fähigkeit, mit Rückschlägen umzugehen. Je nach Weltregion gibt es dabei große Unterschiede.

Diese Fähigkeiten können verloren gehen

Der Bericht räumt mit einer falschen Annahme auf: Menschliche Fähigkeiten bleiben nicht automatisch erhalten. Während der Coronapandemie gingen Fähigkeiten, wie andere zu unterrichten oder mit Stress umzugehen, um über fünf Prozent zurück. Empathie und aktives Zuhören litten weniger – hier waren es unter zwei Prozent.

Bis 2025 hat sich keine dieser Fähigkeiten wieder auf das Niveau von vor 2019 erholt. Das zeigt: Diese Kompetenzen brauchen ständiges Training und bewusste Förderung. Ein Viertel der Lernenden macht zwar schon nach wenigen Wochen Fortschritte, aber die meisten brauchen mehrere Monate gezieltes Üben.

Die gute Nachricht: Künstliche Intelligenz kann diese Fähigkeiten kaum ersetzen. Aufgaben, die Empathie, Kreativität, Führung und Neugier brauchen, könnten nur zu 13 Prozent von KI übernommen werden. Dafür braucht es menschliches Urteilsvermögen und echte Lebenserfahrung.

Gezielte Förderung ist nötig

Der Bericht gibt Empfehlungen, wie man diese Fähigkeiten entwickeln, messen und bescheinigen kann. Wichtig sind Zertifikate, die sowohl in der Ausbildung als auch im Beruf anerkannt werden. Außerdem braucht es Tests, die zeigen, wie gut jemand im echten Leben zusammenarbeitet, kreativ ist und sich anpasst.

Schulen, Unis und Firmen sollten gemeinsame Standards schaffen und Orte, wo Menschen lernen, Fehler machen, darüber nachdenken und wachsen können. Technologie hilft dabei: mit KI-gestützten Tests, die sich anpassen, und Virtual-Reality-Simulationen für komplexe Probleme.

Kreatives Denken und der Umgang mit Rückschlägen wachsen weltweit am schnellsten. Besonders stark ist der Anstieg in Lateinamerika, der Karibik, Südostasien und Afrika südlich der Sahara. Neugier und die Bereitschaft, lebenslang zu lernen, sind überall am schwächsten entwickelt – eine Herausforderung für alle Länder.

Das Fazit: Je mehr Routinearbeit von Maschinen übernommen wird, desto wichtiger werden menschliche Fähigkeiten.


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