Arbeitsmarkt: KI hat nur selektive Wirkung auf kreative Berufe

Einige Berufe zeigen sich gegenüber den Auswirkungen von KI überraschend widerstandsfähig. Dazu gehören Tätigkeiten, die Empathie, strategisches Denken oder komplexe Problemlösungsfähigkeiten erfordern. Wie eine Analyse des Marktforschungsunternehmens Bloomberry(öffnet im neuen Fenster) ergab, gehören dazu unter anderem Softwareentwickler, Kreativdirektoren und Servicemitarbeiter.
Für die Analyse wurden 180 Millionen Stellenanzeigen weltweit untersucht. Ziel war es, herauszufinden, welche spezifischen Berufsbezeichnungen im Jahr 2025 im Vergleich zum Jahr 2024 am meisten zurückgegangen sind. Es galt die Annahme, dass diese wahrscheinlich am meisten von KI beeinflusst würden.
Zu den am meisten betroffenen Jobangeboten gehörten Computergrafiker mit einem Rückgang um 33 Prozent sowie Fotografen und Autoren mit einem Rückgang um jeweils 28 Prozent. Während diese eher ausführende Aufgaben verfolgen, zeigten kreative Berufe, die auch eine strategische Komponente beinhalten, keinen Rückgang. Zu diesen gehören Kreativdirektoren und -manager sowie Produzenten.
Softwareentwickler bleiben gefragt
Berufe, die komplexe Entscheidungen und Kundeninteraktionen erfordern, sind ebenfalls weniger stark von einem Rückgang betroffen. Als Beispiele werden Grafik- und Produktdesigner genannt, die das Feedback von Kunden interpretieren oder umfassende Benutzerforschung betreiben müssen.
Die Analyse ergab auch einen Rückgang von Berufen, die sehr wahrscheinlich nichts mit KI zu tun haben. So fanden sich unter den am meisten zurückgegangen Stellenanzeigen regulatorische und umweltbezogene Positionen. Die Anzeigen für Compliance-Beauftragte gingen um 29 Prozent zurück, Verantwortliche für Nachhaltigkeit wurden um 28 Prozent weniger nachgefragt und Umwelttechniker wurden um 26 Prozent weniger gesucht.
Softwareentwickler bleiben den Daten zufolge gefragt. Es zeigt sich aber auch bei diesen ein selektiver Trend, da die Angebote für Frontend-Entwickler am stärksten zurückgegangen sind. Den Beruf des Softwareentwicklers bezeichnet der Autor der Analyse, trotz des starken Aufkommens von KI-Coding-Tools , als einen der sichersten Jobs, die man haben kann.



