Arbeitsmarkt: IT-Fachleute bewerten ihre Jobchancen deutlich schlechter
Das Karriereportal get in IT(öffnet im neuen Fenster) hat gemeinsam mit dem Stellenportal Jobware 800 IT-Fachkräfte zum Arbeitsmarkt befragt. Nur noch 37 Prozent bewerten ihre Jobchancen demnach als gut oder sehr gut. Bei der ersten Erhebung im Jahr 2021 lag der Wert bei 78 Prozent. Laut Heise(öffnet im neuen Fenster) stufen 63 Prozent ihre Aussichten inzwischen als schlecht oder sehr schlecht ein.
Jobware führt das auf die wirtschaftliche Unsicherheit, ein verändertes Investitionsverhalten und die Debatte über KI-getriebene Automatisierung zurück. Am skeptischsten sind die 31- bis 35-Jährigen: 71 Prozent von ihnen halten ihre Chancen für schlecht. Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Teilgenommen haben Nutzer des Karriereportals.
KI gilt mehrheitlich als Werkzeug
63 Prozent der Befragten sehen in KI ein nützliches Werkzeug, 20 Prozent eine Bedrohung. Bei den 31- bis 35-Jährigen empfindet mehr als ein Viertel KI als Bedrohung. Im Arbeitsalltag erleben 47 Prozent eine spürbare Erleichterung durch KI, 21 Prozent einen massiven Leistungsgewinn, 27 Prozent bemerken dagegen kaum einen Effekt oder haben durch Kontrolle und Nacharbeit mehr Aufwand. Bei den über 45-Jährigen gilt das für mehr als ein Drittel. Von den 21- bis 25-Jährigen berichten 31 Prozent von einem massiven Leistungsgewinn.
Höhere Gehaltserwartungen, weniger Stellen
Das als angemessen empfundene Jahresgehalt stieg über alle Erfahrungsstufen von 53.600 Euro im Jahr 2021 auf 60.600 Euro. Mehr als die Hälfte der Berufseinsteiger erwartet mindestens 50.000 Euro. Ein Einstiegsgehalt unter 45.000 Euro halten nur noch 26 Prozent für akzeptabel, 2021 waren es 44 Prozent. Bei der Wahl des Arbeitgebers zählt für 79 Prozent die Möglichkeit zum Homeoffice. Je 69 Prozent nennen ein ansprechendes Gehalt, flexible Arbeitszeiten und einen unbefristeten Vertrag.
Zur Einordnung: Die Bundesagentur für Arbeit(öffnet im neuen Fenster) hatte 2025 rund 13.000 Stellenangebote für IT-Berufe im Bestand, 22 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote in IKT-Berufen stieg ferner von 3,7 auf 4,5 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten IKT-Fachkräfte wuchs dagegen um 2 Prozent auf 1,15 Millionen. Der Branchenverband Bitkom(öffnet im neuen Fenster) beziffert die Lücke an IT-Fachkräften aktuell auf 79.000, nach 149.000 im Jahr 2023.
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