Arbeitsrecht: Google durfte Entwickler wegen sexistischer Memos entlassen

Google hat einen Programmierer entlassen, weil er in einem internen Memo unter anderem biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern postuliert hat. Die Aufsichtsbehörde National Labor Relations Board hält das für rechtens.

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Google Campus
Google Campus (Bild: Lucy Nicholson/Reuters)

Google durfte einen Programmierer wegen eines Memos entlassen, in dem er die Gleichstellung von Mann und Frau in dem Unternehmen kritisiert hat. Das US National Labor Relations Board (NLRB) stellte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg fest, dass die Entlassung nicht gegen das Arbeitsrecht verstoße, da er nicht wegen einer geschützten Meinungsäußerung entlassen worden sei.

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Die Äußerungen "über biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern waren so schädlich, diskriminierend und störend", dass sie außerhalb des Schutzes für kollektives Handeln am Arbeitsplatz fielen, schrieb der stellvertretende General Counsel der Aufsichtsbehörde. Der Programmierer hatte eine Beschwerde bei dem Board eingereicht, sie jedoch wieder zurückgezogen und stattdessen im Januar eine Sammelklage erhoben.

Entwickler will wegen Diskriminierung gegen Google klagen

Frauen seien eher an Personen als an Dingen interessiert und würden darum eher Berufe im sozialen und künstlerischen Sektor ergreifen, hatte der Entwickler unter anderem in dem Memo geschrieben. Männer würden "Programmieren vielleicht deswegen bevorzugen, weil es systemisches Denken erfordert". "Unterschiede in der Verteilung von Merkmalen zwischen Männern und Frauen können zum Teil erklären, warum wir keine 50-prozentige Verteilung von Frauen in der Technik und Unternehmensführung haben". Frauenförderung lehnte er indirekt ab, weil Diskriminierung, um eine gleiche Verteilung zu erreichen, "unfair, spaltend und schlecht für das Geschäft" sei. Er beklagte auch, dass es in einer ideologisierten Unternehmenskultur nicht möglich sei, diese Meinung offen zu vertreten.

Er beklagte, dass konservative Meinungen bei Google unterdrückt würden. Das habe eine "ideologische Echokammer" geschaffen, in der es für solche Ansichten keine "psychologische Sicherheit" gebe. Er "schätze Vielfalt und Chancengleichheit", leugne nicht, dass Sexismus existiere und "unterstütze nicht die Verwendung von Stereotypen".

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Der Entwickler wird seit seiner Entlassung von ultrarechten Kreisen unterstützt. Er führt eine Diskriminierungsklage gegen Google, weil der Konzern konservative weiße Männer benachteilige. Der Entwickler war seit dem Jahr 2013 für Google tätig und arbeitete im Bereich Infrastruktur für die Google-Suche.

Google findet Memo "beleidigend und nicht vertretbar"

Google erklärte, dass Teile des Textes gegen interne Verhaltensregeln (Code of Conduct) verstießen und schädliche Stereotypen über Geschlechter verbreiteten. Damit sei eine Linie überschritten worden. Zu erklären, ein Teil der Beschäftigten sei biologisch weniger fähig für die Tätigkeit bei Google, sei "beleidigend und nicht vertretbar". Zugleich schränkte Google ein, dass es ebenfalls "nicht okay" sei, wenn Mitarbeiter zweifelten, ob sie ihre Ansichten am Arbeitsplatz frei äußern könnten, insbesondere wenn sie von der Meinung der Mehrheit abwichen.

Google erklärte in seinem jährlichen Bericht zum "Stand der Vielfalt" im Konzern vom Juni 2017, dass 31 Prozent der Angestellten Frauen seien, unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der schwarzen Mitarbeiter war bei 2 Prozent unverändert und die Zahl der hispanischen Beschäftigten stieg von 3 Prozent auf 4 Prozent. Die meisten Google-Mitarbeiter sind weiße und asiatische Männer.

Nachtrag vom 19. Februar 2018, 12:15 Uhr

In der ersten Version dieses Artikels wurde das US National Labor Relations Board als Arbeitsgericht bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um eine Aufsichtsbehörde. Der Artikel wurde entsprechend angepasst. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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