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Arbeitsbedingungen: Deutsche Tesla-Mitarbeiter melden massive Belastung

Eine aktuelle Umfrage der IG Metall unter den Beschäftigten des Tesla-Werks in Grünheide offenbart besorgniserregende Arbeitsbedingungen.
/ Michael Linden
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Tesla zeigt seine Produktion gerne ohne Arbeiter. (Bild: Tesla)
Tesla zeigt seine Produktion gerne ohne Arbeiter. Bild: Tesla

Eine Befragung, an der über 1.200 Tesla-Mitarbeiter teilnahmen, zeigt deutliche Anzeichen von Überbelastung und gesundheitlichen Problemen bei der deutschen Belegschaft auf, berichtet das Handesblatt(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die IG Metall.

83 Prozent der Befragten berichteten von häufiger oder sehr häufiger Überlastung im Arbeitsalltag. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass 59 Prozent der Mitarbeiter regelmäßig unter körperlichen Beschwerden leiden, während ein weiteres Drittel gelegentliche Schmerzen angibt.

Der hohe Krankenstand von bis zu 17 Prozent im Sommer 2024 sorgte bereits für Aufsehen. Tesla-Chef Elon Musk äußerte sich auf der Plattform X zu dieser Situation und kündigte persönliches Eingreifen an.

Kontroverse um Arbeitsbelastung und Management-Maßnahmen

Die Werksleitung unter André Thierig reagierte mit verschiedenen Maßnahmen. Eine Anwesenheitsprämie von bis zu 1.000 Euro wurde eingeführt, berichtet das Handelsblatt. Vorausgegangen waren unangekündigte Hausbesuchen bei krankgeschriebenen Mitarbeitern durch das Tesla-Management. Durch die darauf erfolgenden Proteste wurde der hohe Krankenstand bekannt.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass 90 Prozent der Teilnehmer zusätzliche Pausen als hilfreich erachten würden. Etwa 84 Prozent befürworten eine Änderung des Schichtsystems mit längeren Wochenenden durch rückwärts rollierende Schichten.

Besonders alarmierend erscheint die Einschätzung der Beschäftigten zu ihrer langfristigen Arbeitsfähigkeit: Nur jeder zehnte Mitarbeiter glaubt, unter den aktuellen Bedingungen bis zur Rente arbeiten zu können.

Der Konflikt zwischen Management und Gewerkschaft verschärft sich zunehmend. In den vergangenen Monaten versuchte Tesla, zwei gewerkschaftlich organisierten Betriebsräte zu kündigen . Die erste Kündigung wurde vom zuständigen Gericht bereits zurückgewiesen.

IG-Metall-Bezirksleiter Dirk Schulze forderte ein Umdenken der Werksführung. Statt Abmahnungen und Kündigungen sollten die Lösungsvorschläge der Mitarbeiter ernst genommen werden, um die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Die nicht gewerkschaftlich organisierten Betriebsräte stehen der Umfrage kritisch gegenüber. In einer Mitteilung distanzierten sie sich laut Handelsblatt von der Befragung und bezeichnen sie als Versuch der IG Metall, Mitarbeiter zu verunsichern.


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