Arbeiten in der Schweiz: Monatlicher Geldregen für IT-Fachkräfte

Die Schweiz hat hohe Berge - und hohe Gehälter. Das macht sie für IT-Fachkräfte aus Deutschland attraktiv. Jobs gibt es genügend.

Ein Bericht von Peter Ilg veröffentlicht am
Thomas Wacker ist vor vielen Jahren in die Schweiz gezogen - nicht nur wegen des Geldes, aber auch.
Thomas Wacker ist vor vielen Jahren in die Schweiz gezogen - nicht nur wegen des Geldes, aber auch. (Bild: privat)

Bis zu einem gewissen Punkt verlief die IT-Laufbahn von Thomas Wacker ziemlich gleichförmig. Er studierte Technomathematik, eine Kombination aus Mathematik und Informatik, und arbeitete einige Jahre bei verschiedenen Computerfirmen, spezialisiert auf Netzwerktechnologie. 2001 lernte er dann, als Freiberufler, auf einer Tagung einen Personaldienstleister aus Zürich kennen - der Beginn einer großen Veränderung im Leben von Thomas Wacker.

Inhalt:
  1. Arbeiten in der Schweiz: Monatlicher Geldregen für IT-Fachkräfte
  2. 2028 fehlen voraussichtlich rund 36.000 IT-Fachkräfte

Denn Monate später meldete sich der Personaldienstleister bei ihm. Es gebe da ein Projekt in der Schweiz, in Bern, Start 2005. Der Auftrag war erst auf ein halbes Jahr befristet, wurde danach um ein Jahr verlängert. Wacker suchte eine möblierte Unterkunft und holte seine Familie nach. Zu der Zeit erwartete seine Frau ihr zweites Kind.

Dann kam, was bei Freiberuflern nicht selten vorkommt: Sein Auftraggeber bot Wacker eine Festanstellung an. "Internalisierung" sagen die Schweizer dazu. "Wir haben einige Wochen überlegt und uns für einen Umzug mit allen Konsequenzen in die Schweiz entschieden." Das heißt: Die Wohnung in Leipzig aufgelöst, die Frau hat ihren Job gekündigt und die ältere Tochter wurde in der Schweiz eingeschult. "Hier hat vieles sehr gut gepasst: das Land, die Landschaft, der Job."

Das war vor ungefähr 15 Jahren. Nach dem Umzug arbeitete Wacker lange bei einem Schweizer Telekommunikationsunternehmen, seit etwa zwei Jahren ist er an der Universität Zürich Teamleiter für Server, Storage und Backup. "Eine neue Stelle zu finden war leicht, denn IT-Fachleute sind hier sehr gesucht." Die Situation ist vergleichbar mit Deutschland.

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IT-Fachkräfte heißen in der Schweiz ICT-Fachkräfte. Die drei Buchstaben sind die Abkürzung der englischen Übersetzung von Informations- und Kommunikationstechnologien: Information and Communications Technologies. Christian Hunziker, Geschäftsführer von Swiss ICT schätzt, dass es in der Schweiz etwa 300.000 IT-Fachkräfte gibt.

Swiss ICT ist der größte Fachverband der IT-Branche, ähnlich wie der Bitkom in Deutschland. "Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass in der Schweiz viele Informatiker aus Deutschland arbeiten und sie bei uns sehr geschätzt sind", sagt Hunziker. Es sind Menschen wie Wacker, die ins Land ziehen oder Grenzgänger, also Deutsche, die meist in der Bodenseeregion wohnen und über die Grenze zur Arbeit pendeln. Laut Schweizer Bundesamt für Statistik tun das etwa 60.000 Deutsche täglich. Wieder andere arbeiten für Schweizer Firmen von Deutschland aus. Doch sie profitieren nicht von den höheren Gehältern in der Schweiz, weil sie nach deutschem Niveau bezahlt werden.

Software-Entwickler verdienen in der Schweiz fast doppelt so viel

Wie viele deutsche IT-Fachkräfte in der Schweiz arbeiten, weiß Hunziker nicht. Dass es aber einen Fachkräftemangel an IT-Experten gibt, davon ist er überzeugt. "Darauf lassen die konstant hohen Löhne schließen", sagt er. Die Einkommen in der ICT-Branche untersucht der Verband jährlich in seiner Swiss ICT-Salärstudie, zuletzt für 2020. Die Studie basiert auf rund 33.500 Einkommensangaben aus 246 Unternehmen und deckt 50 Berufe in den drei Stufen Junior, Professional und Senior ab.

Die Kunst der Gehaltsverhandlung

IT-Berater verdienen im Durchschnitt aller drei Stufen 114.265 Schweizer Franken (CHF). Das sind umgerechnet etwa 105.000 Euro und damit gut ein Drittel mehr als IT-Berater in Deutschland bekommen. Laut der IT-Studie 2021 des Vergütungsspezialisten Compensation Partner haben IT-Berater ein durchschnittliches Einkommen von 75.500 Euro.

Bei Software-Entwicklern ist der Unterschied zwischen den Ländern noch größer. In Deutschland liegt das durchschnittliche Einkommen eines Software-Entwicklers bei etwa 67.000 Euro, in der Schweiz sind es mit 111.000 Euro fast doppelt so viel. Weitere Vergleiche mit anderen Tätigkeiten zeigen, dass IT-Fachkräfte in der Schweiz im Durchschnitt rund die Hälfte mehr verdienen als in Deutschland.

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2028 fehlen voraussichtlich rund 36.000 IT-Fachkräfte 
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gadthrawn 17. Jul 2021 / Themenstart

Ja, das isst völlig falsch im Kopf. Deswegen die Links.

Floxorius 14. Jul 2021 / Themenstart

Ich finde es ist eigentlich das Gegenteil, auf den Jobportalen vergleichen sich nur...

Floxorius 14. Jul 2021 / Themenstart

Kann ich so nur bestätigen. Gibt immer und überall die jungen wilden aber auch bei uns...

recluce 13. Jul 2021 / Themenstart

Klar geht das. Es ist mir nur nicht klar, wie Leute mit geringerem Gehalt hier klar...

Wuchthelm1 13. Jul 2021 / Themenstart

Ich wohne und arbeite seit 2007 in der Schweiz als Krankenpfleger. Und ich habe hier mit...

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