Destruktive Reaktionen in den Griff bekommen

Um das Meeting erfolgreich zu führen, ist eine "Ja, und zusätzlich"-Rhetorik hilfreich, die aus dem Improvisationstheater bekannt ist: Negative Antworten und "aber"-Antworten sind verboten, man startet jeden Satz mit "Ja, und ...".

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Auf dieser Basis haben wir Szenarien aufgebaut, wie das obige Gespräch mit "Ja, und ..." hätte ablaufen können:

Anna: "Ich glaube, wir brauchen eine Zahlungsmöglichkeit per Kreditkarte."
Thomas: "Ja, und wir sollten eine einfache Möglichkeit einbauen, andere Zahlungsarten anzufordern, damit wir mehr über den Kundenbedarf lernen."
Frank: "Ja, und zusätzlich sollten wir auf jeden Fall eine nicht-digitale Zahlungsweise wie Überweisungen unterstützen."
Anna: "Ja, und für nicht-digitale Zahlungsweisen können wir alternativ auch Nachnahmen evaluieren."
Frank: "Ja, und hatten wir nicht eine Umfrage vor drei Jahren, welche Zahlungsarten unsere Kunden sich wünschen? Wir sollten sie finden und noch einmal durchsehen."
Thomas: "Ja, und es gibt sicher Studien und Artikel dazu, die aktuell sind. Wir sollten drei bis fünf Artikel zum Thema finden und auswerten, um unsere Priorität zu definieren."

Innerhalb von nur zwei Minuten hätte in einem solchen Szenario jedes Teammitglied etwas Neues gelernt: Thomas wusste nichts von der Studie vor drei Jahren, Frank hätte nicht daran gedacht, externe Literatur zu suchen. Der "Ja, und ..."-Ansatz hätte also zu besseren Ergebnissen geführt.

Dieses Beispiel wurde dem Team präsentiert und schon nach wenigen Wochen wurden nicht nur bessere Ergebnisse sichtbar, sondern es gab auch eine höhere Zufriedenheit bei jedem Teammitglied. Salopp formuliert: Es war plötzlich mehr Schwung im Team.

Selbstsabotage verringern

Eine weitere destruktive Tendenz, die sich in einem Team negativ auswirken kann, ist die Selbstsabotage. Sie kann in Teammeetings vorkommen, steckt aber eigentlich in jedem Einzelnen von uns. An einem einfachen Szenario konnte ich diese Selbstsabotage an mir selbst beobachten, bei einer Präsentation vor fünf Teammitgliedern.

Während ich präsentierte, bemerkte ich, dass ein Kollege am Laptop tippte und ein anderer mit dem Handy herumspielte. Ohne Verzögerung trat bei mir die menschliche Standardreaktion ein: negative Selbstsabotage, also Wut ("Die Person ignoriert mich!") und Selbstkritik ("Mein Vortrag ist nicht gut genug."). Mit diesen Emotionen konnte ich keine gute Präsentation abliefern.

Viel später lernte ich: Diese Selbstsabotage ist evolutionär verankert, aber heutzutage nicht mehr hilfreich. Externe Trigger wie handyspielende Zuhörer sind eine Irritation. In der Evolution des Menschen waren Irritationen meist mit Gefahr gleichzusetzen. Sie signalisieren dem Gehirn, dass es in den Reaktionsmodus gehen sollte - welcher meistens Aktivierung (Wut) oder Defensive (Rückzug) ist. Einst hat diese Aktivierung die Überlebenschancen eines Menschen erhöht. Denn wenn er auf Unerwartetes keine Reaktion zeigte, ging das sicher häufig schlecht für ihn aus.

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Heutzutage verhindern solche Reflexe aber vor allem die Möglichkeiten, das eigene Verhalten zu verbessern. Mit diesem Wissen dachte ich über die Situation von damals noch einmal nach und überlegte, wie ich einen positiven Ansatz hineinbringen könnte, zum Beispiel:

  • indem ich die eigene Empathie stärke und mich frage: Tippt die Person vielleicht am Handy, weil etwas im Privaten vorgefallen ist? Sind die Kinder krank und müssen aus der Schule abgeholt werden?
  • indem ich meine Präsentationstechnik verbessere. Ich könnte einen Dialog mit der Person am Laptop starten und fragen, wie ich die Präsentation besser an ihre Bedürfnisse anpassen könnte. Selbst wenn diese Anpassung spontan nicht möglich ist, hätte man doch etwas für die nächste Präsentation gelernt.

Selbstsabotage gibt es aber auch in vielen anderen Situationen. Zum Beispiel, wenn ich merke, dass ich einem Kollegen nicht mehr vertraue und beginne, Mikro-Management zu betreiben, anstatt mit ihm darüber zu reden. Tägliche Trainings machen es leichter, solches Verhalten Tag für Tag, auch im Moment selbst, zu erkennen und darauf zu reagieren.

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 Arbeit in IT-Teams: Schluss mit der Selbstsabotage!Ein gutes Teamgefühl ist nicht nur Sache der Führungskraft 
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